Kaltstart mit Winter-Zugang Yann Sommer: Bayern wollen in Leipzig „davonziehen“

Der FC Bayern will mit seinem neuen Torwart Yann Sommer gleich zum Auftakt im Kracher bei RB Leipzig ein Zeichen setzen und die Konkurrenz distanzieren.

Auf dem Weg zu seinem ersten Training beim FC Bayern München: Torhüter Yann Sommer.
Auf dem Weg zu seinem ersten Training beim FC Bayern München: Torhüter Yann Sommer.dpa/Mladen Lackovic

Im zähen Sommer-Theater gab es gerade noch rechtzeitig das erhoffte Happy End, doch eine gewisse Nervosität kann Oliver Kahn vor dem winterlichen Kaltstart nicht verbergen. „Es ist gleich ein Kracher, ein absolutes Topspiel“, sagte der Vorstandschef von Bayern München über das heiße Auftaktduell mit RB Leipzig, „es ist ganz schwer zu sagen, wie das alles laufen wird.“ Aber, betonte Kahn selbstbewusst: „Wir sind sehr optimistisch!“

Erst recht nach der Last-Minute-Verpflichtung der Torwart-Wunschlösung Yann Sommer. Der Ersatz für Kapitän Manuel Neuer traf am Donnerstag um 10.55 Uhr an der Säbener Straße ein und trainierte am Nachmittag gleich mit. Die „Mission“ für den 34-Jährigen und seine neuen Kollegen ist laut Kahn „einfach“ – die Serie von zehn Pflichtspielsiegen vor der WM- und Winterpause fortsetzen und „gewinnen“.

Pokalsieger gegen Meister, Dritter gegen Erster – die Bayern wollen beim Kracherstart in der Fußball-Bundesliga laut Thomas Müller „ein Zeichen setzen“ und „davonziehen“. Vier Punkte beträgt der Vorsprung auf den ersten Verfolger Freiburg, Leipzig liegt sechs, der „ewige“ Rivale Dortmund schon neun Zähler hinter dem Tabellenführer. Kampfansagen sind von der Konkurrenz nicht zu vernehmen.

RB ist dabei noch am forschesten. „Es wird der Tag kommen, an dem die Bayern mal den Thron räumen müssen“, sagte Sportchef Max Eberl, doch Trainer Marco Rose stellte vor dem Duell am Freitag (20.30 Uhr, Sat.1 und Dazn) klar: „Ich muss jetzt nicht anfangen loszupoltern und über die Meisterschaft reden.“ Seine Elf habe „richtig Bock“, wer bei den Bayern im Tor stehe, sei „dann auch egal. Wir versuchen, links und rechts vorbeizuschießen“. Der Leipziger Trainer begrüßt den Wechsel seines ehemaligen Schützlings nach München. „Er hat mich angerufen und gesagt, wenn du mich nicht nimmst, gehe ich zu den Bayern“, scherzte Rose und betonte ferner, er schätze Sommer „als Mensch, aber auch als Spieler“. Der 34-Jährige sei „eine gute Verpflichtung für Bayern München, weil es ein toller Torwart ist, ein richtig guter Typ. Er ist ein spielstarker Torhüter, der damit zum Spiel der Bayern passt“.

Die sind indes gewarnt: Wie sie selbst ist Leipzig seit acht Bundesligaspielen ungeschlagen. Trainer Julian Nagelsmann sieht in seinem Ex-Klub einen „Hauptkonkurrenten um den Titel“ und „guten Gradmesser“. Joshua Kimmich meinte: „Wir werden gleich auf die Probe gestellt.“ Den „Flow“ aus den Wochen vor der Pause müsse sich der Rekordmeister erst „wieder erarbeiten“, betonte er.

Sommer soll als sicherer Rückhalt helfen. Der langjährige Gladbacher (34), der den Bayern stolze acht Millionen Euro plus Boni Ablöse wert war und bis 2025 unterschrieb, sei „einer der besten europäischen Torhüter“, sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Kahn sprach von einer „wertvollen Verstärkung“. Sommer bringe „alles mit, um bei uns sofort seinen Teil zum Erfolg beitragen zu können“, ergänzte er. Schon in Leipzig? Ja, meinte Nagelsmann, als Eingewöhnungszeit würden „15 Minuten“ reichen, sagte der Coach.

Außer den fünf Langzeitverletzten um Neuer hat Nagelsmann alle Profis an Bord, im Sturmzentrum wird der für ihn „unverzichtbare“ Eric Maxim Choupo-Moting auflaufen. Ersatzkapitän Thomas Müller bleibt wohl nur die Jokerrolle. Leipzig fehlt Topscorer Christopher Nkunku, Nationalspieler Timo Werner ist wieder eine Option. Nagelsmann fürchtet vor allem die Umschalt-Qualitäten von RB – genau wie Rose jene der Bayern. „Es ist wichtig, dass es keinen klassischen Schlagabtausch gibt“, sagte er, „weil dann die Konterstärke und das Tempo der Bayern ins Spiel kommen.“