Kopenhagen - Das EM-Spiel zwischen Dänemark und Finnland ist am Samstag nach einem Drama um den dänischen Mittelfeldstar Christian Eriksen unterbrochen worden. Der englische Schiedsrichter Anthony Taylor schickte beide Mannschaften in Kopenhagen in die Kabine, nachdem Sanitäter und Notärzte offensichtlich versucht hatten, das Leben des 29-Jährigen mit einer Herzdruckmassage zu retten. 

Eriksen war auf dem Feld kollabiert. Es war zu sehen, wie Sanitäter eine Herzmuskelmassage bei ihm durchführten. Über den genauen Zustand des 29-Jährigen war zunächst nichts bekannt.

Das Spiel wurde wegen des „medizinischen Notfalls“ unterbrochen, wie die Europäische Fußball-Union UEFA mitteilte. Ein Stadionsprecher forderte das Publikum auf, auf den Sitzen zu bleiben, „bis es weitere Informationen gibt“.

Die dänischen Spieler und die Fans waren sichtlich geschockt. Viele Akteure schlugen die Hände vor das Gesicht. Auch im Stadion wurde es sehr still, nachdem es zuvor beim ersten Auftritt der dänischen Mannschaft in Kopenhagen sehr stimmungsvoll zugegangen war.

Die Aktion passierte in der 43. Minute ohne gegnerische Einwirkung. Nach gut zehn Minuten verließen die finnischen Spieler den Rasen. Die dänischen Akteure blieben bei ihrem Kollegen.

Eriksen wurde in einem Spalier seiner Mitspieler eine Viertelstunde nach seinem Zusammenbruch hinter Plastikplanen aus dem Stadion gebracht. Allen anderen blieb nur die Hoffnung, dass doch irgendwie alles gut ausgehen würde.

ZDF und Magenta TV unterbrechen Übertragung nach Eriksen-Kollaps

Nach dem tragischen Vorfall haben das ZDF und Magenta TV ihre Übertragungen aus dem Stadion in Kopenhagen vorübergehend unterbrochen. ZDF-Kommentator Bela Rethy suchte zunehmend geschockt nach Worten und schwieg zwischendurch lange. Im Studio waren auch Moderator Jochen Breyer und seine Gäste Christoph Kramer und Per Mertesacker tief betroffen. Das ZDF zeigte dann zunächst die „Heute“-Nachrichten, ehe wieder ins EM-Studio geschaltet wurde.

Auch bei Magenta TV wurde aus dem Stadion zurück ins Studio zu Moderator Sascha Bandermann geschaltet, der sich geschockt zeigte. Danach zeigte der Anbieter zunächst Bilder von früheren Europameisterschaften und den bislang absolvierten Partien dieser EM. „Aufgrund der Ereignisse in Kopenhagen ändern wir das aktuelle Programm“, war zu lesen.