München - Es ist ein milder Sommerabend in Marseille am 7. Juli 2016, EM-Halbfinale im Stade Vélodrome: Frankreich gegen Deutschland. Als der Weltmeister dann 0:2 verloren hat, sagt der Bundestrainer: „Wir waren die bessere Mannschaft. Wir hatten den Franzosen etwas voraus.“ Die Pose eines Verlierers war das damals nicht. Fünf Jahre später sind die Vorzeichen umgekehrt: Heimrecht für Deutschland, der Weltmeister zu Gast. Damals war Deutschland Favorit, diesmal ist es Frankreich.

Es wird am Dienstag (21 Uhr, ZDF) eine deutsche Elf in die Münchner Arena einmarschieren, deren offensiver Geist, der sie 15 Jahre lang durch die Ära Löw trug, sich hinter ein paar Barrikaden versteckt. „Frankreich spielt sehr variabel. Wir müssen sie von unserem Tor weghalten“, sagt der Bundestrainer angemessen kleinlaut. Das Trauma von Moskau möchte er nicht noch einmal erleben: Luschniki-Stadion, 17. Juni 2018. WM-Auftakt gegen Mexiko. Deutschland wird eiskalt ausgekontert. Verzweifelt rufen die Innenverteidiger Mats Hummels und Jérôme Boateng ihre Mitspieler zurück. Aber niemand hört. Toni Kroos und Sami Khedira interpretieren Fouls an ihnen als Majestätsbeleidigung. Falsche Taktik, falsche Einstellung, ein Sturmlauf ins Verderben. 0:1, es ist der Anfang vom Ende.

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