Amsterdam - Zweites Spiel, zweiter Sieg - mit zum Teil begeisterndem Offensiv-Fußball sind die Niederlande vorzeitig ins EM-Achelfinale gestürmt. Das Oranje-Team gewann am Donnerstagabend in Amsterdam mit 2:0 (1:0) gegen Österreich und spielt sich sieben Jahre nach der letzten Teilnahme an einem großen Turnier immer mehr in den Kreis der Mitfavoriten. Vor rund 16.000 Zuschauern erzielten Memphis Depay per Foulelfmeter (11. Minute) und Denzel Dumfries (67.) die Treffer für die hoch überlegene Elftal, die einen deutlicheren Sieg verpasste.

Traumstart für die Elftal

Für die enttäuschenden Österreicher geht es nun am letzten Spieltag der Gruppe C am Montag gegen die Ukraine um Platz zwei und das Weiterkommen. EM-Neuling Nordmazedonien hat durch den Sieg der Niederländer keine Chance mehr auf den Einzug ins Achtelfinale.

Die Niederländer erwischten in der Amsterdam Arena einen Traumstart. Nach einem Foul von David Alaba an Dumfries entschied der israelische Schiedsrichter Orel Grinfeeld nach Hinweis des Videoassistenten und eigener Ansicht der Bilder zurecht auf Strafstoß. Depay ließ sich die Chance nicht entgehen und traf sicher zur frühen Oranje-Führung.

Das Team von Trainer Frank de Boer hatte die Partie nun sicher im Griff. In der Defensive sorgte der von einer Leistenverletzung genesene Matthijs de Ligt von Juventus Turin für zusätzliche Stabilität. Im Spiel nach vorne setzten die spielstarken Frenkie de Jong und Georginio Wijnaldum immer wieder sehenswert Akzente.

Von den Österreichern war offensiv dagegen nicht viel zu sehen. Nach dem Wirbel um die Sperre von Marko Arnautovic setzte Austria-Coach Franco Foda im Sturm auf Michael Gregoritsch. Der Augsburger hatte beim 3:1 im Auftaktspiel gegen Nordmazedonien wie Arnautovic nach seiner Einwechslung mit einem Treffer auf sich aufmerksam gemacht und verdrängte den Stuttgarter Sasa Kalajdzic. Nach gut einer Stunde wurde er durch den Zwei-Meter-Mann vom VfB aber ersetzt.

Arnautovic verfolgte Partie von der Tribüne

Arnautovic verfolgte die Partie von der Tribüne hinter der Bank der Österreicher. Der frühere Bremer hätte in Amsterdam in der ersten Elf gestanden, wie Foda vor der Partie gesagt hatte. Doch nach seinem beleidigenden Jubel gegen Nordmazedonien war der Stürmer zum großen Unverständnis der Österreicher für ein Spiel gesperrt worden. Mit seiner aggressiven Spielweise hätte er dem Austria-Spiel gut getan.

In der Defensive hatte Foda wieder auf eine Dreierkette mit Alaba als zentralem Spieler gesetzt. Doch der von Bayern München zu Real Madrid wechselnde Star der Österreicher hatte einen schwachen Tag erwischt. Erst verursachte er den Strafstoß gegen Dumfries, wenig später unterschätzte er einen langen Ball im Zweikampf mit Depay, was der Stürmer von Olympique Lyon fast zum 2:0 genutzt hätte.

Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel hätte Depay den Vorsprung der Niederländer ausbauen müssen. Nach feinem Zuspiel von Wolfsburgs Wout Weghorst traf er aber das leere Tor nicht. Weil kurz darauf Wijnaldum die nächste Top-Chance ungenutzt ließ, gingen die Niederländer nur mit einer knappen Führung in die Pause.

In die zweite Hälfte starteten die Österreicher mutiger, gefährlicher wurden sie zunächst aber nicht. Stattdessen vergaben Stefan de Vrij per Kopf und de Ligt im Nachschuss eine gute Doppelchance für die Gastgeber (61.). Foda brachte daraufhin Kalajdzic für die Offensive, das Tor erzielten aber die Niederländer. Depay schickte den ebenfalls gerade erst eingewechselten Donyell Malen über die linke Seite, der bediente Dumfries - und der traf flach zum 2:0. Die besten Chancen der Österreicher vergaben Alaba per Distanzschuss (81.) und der Mainzer Karim Onisiwo mit einem Kopfball (84.).