Berlin/Budapest - Innerhalb von sieben Minuten fand das erste Spiel in der Gruppe F doch noch einen, auch in dieser Höhe verdienten Sieger. Der Dortmunder Raphael Guerreiro traf zunächst mit einem abgefälschten Schuss in der 84. Minute zum 1:0 für die Portugiesen – und dann kam Cristiano Ronaldo. Der Ausnahmespieler verwandelte in der 87. Minute einen Strafstoß, in der 90. Minute spazierte er zu seinem zweiten Treffer bei dieser EM, ließ sich feiern, obwohl er bei diesem 3:0 gegen die Ungarn nicht vollends überzeugen konnte. Der 36-Jährige ist nun mit elf Toren alleiniger Rekordtorjäger vor Michel Platini (neun Tore).

Bereits nach 25 Minuten war bei beim Außenseiter der Sauerstoff knapp. So flink waren die Portugiesen, so schnell im Passspiel und so konsequent in der frühen Balleroberung, dass die Männer in Rot früh an ihre Grenzen stießen. Bei fast jedem Zweikampf gingen sie sodann theatralisch zu Boden. Ein Freistoß, ein bisschen Luftschnappen, das war das Ziel. Doch Schiedsrichter Cüneyt Cakir wertete über 90 Minuten hinweg eigentlich alles richtig, ließ sich bei der Entscheidungsfindung nicht von der Atmosphäre im Stadion leiten. 

Keeper Gulasci kann sich auszeichnen

Das mit der Theatralik nervte ein bisschen, ja, das, was der Mainzer Adam Szalai aufführte, war mitunter auch etwas lächerlich, aber was bleibt einem übrig, wenn der Gegner spielerisch so eklatant überlegen ist. Und im Endeffekt erfüllte diese Form der Gegenwehr auch ihren Zweck. Klar, Keeper Peter Gulasci war ein paarmal gefordert, vor allem durch Diogo Jota, dem in der 6. und 40. Minute allerdings die Präzision im Abschluss fehlte. Darüber hinaus hatte der Schlussmann von RB Leipzig Glück, dass Cristiano Ronaldo in der 43. Minute entgegen seiner Natur eine ganz dicke Chance vergab. Aber nach etwa 55 Minuten hatten die Portugiesen erst mal ihren Schwung verloren. 

Getragen vom hysterischen Publikum wagten die Ungarn dann sogar den einen oder anderen Konter. Wobei sich der beim SC Freiburg beschäftigte Roland Sallai hervortat. Sallai blieb wenigstens mal auf den Beinen, wenn ihm ein Gegenspieler in die Quere kam, versuchte sich am Fußballspielen. Doch die Klasse, um einen Pepe oder einen Rúben Diaz zu überspielen, hat der 24-Jährige (noch) nicht.