Berlin/München - Am Sonntag hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) gemacht, was in diesem Fall wohl auch angebracht war. Sie hat die Überprüfung des Sachverhalts im Fall Manuel Neuer nach wenigen Stunden gleich wieder abgebrochen und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) umgehend über diesen Vorgang informiert. Ja, der deutsche Keeper dürfe bei dieser EM weiterhin seine Regenbogen-Kapitänsbinde tragen, hieß es einer kurzen, vom DFB via Twitter noch am Abend in die Welt gebrachten Depesche, die Uefa habe die bunte Binde „als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt und damit als ‚good cause‘ bewertet“.

1:0 für Deutschland, das Problem aus Sicht der Uefa gelöst, aber nicht in Gänze, weil diese Deutschen wider ihrer ansonsten bei gesellschaftlichen Themen doch eher zurückhaltenden Art im sogenannten „Pride Month“ mit einer weiteren, weitaus öffentlichkeitswirksameren Aktion nachlegen wollten. Am Mittwochabend, beim letzten Gruppenspiel der DFB-Elf gegen die Ungarn, so die Idee des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter, sollte die Arena draußen am Autobahnkreuz München-Nord in den Regenbogenfarben leuchten. Als Zeichen für Diversität, Offenheit und Toleranz – und damit auch als Zeichen gegen die offenkundig homo- und transsexuellenfeindliche Politik von Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orbán.

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