Berlin - Das Schöne am Fußballgucken ist ja, dass man emotional so beansprucht wird. Die Empathie des Publikums findet ihren Ausdruck in vielerlei Formen: In der Bereitschaft, sich in Nationalfarben zu kleiden oder auch bei 30 Grad Celsius einen Strickschal zu tragen, sich Streifen ins Gesicht zu malen und Menschen anzuschreien, die einen nicht hören können, weil sie ja nur auf einem Bildschirm zu sehen sind. Filmemacher träumen davon, für ihre Protagonisten so starke Bindungen zu erreichen, wie sie zwischen den Zuschauern von Fußballübertragungen und den Akteuren auf den Rasen bestehen.

Nehmen wir den Montagabend, als Dänemark gegen Russland... Das mag ein zu einfaches Beispiel sein, weil seit Christian Eriksens Herzstillstand jedes dänische Spiel von besonderen Gefühlen begleitet ist. Doch dann war das „dieser Fußball“. Der Fernsehkommentator fand kein Adjektiv, das Demonstrativpronomen zu ersetzen. Tom Bartels hatte kein Wort, das die Geschichte und das Auftreten der Mannschaft, die Chancen, das ausbleibende Meckern anlässlich zweier Fehlentscheidungen des Schiedsrichters und die Nachrichten vom parallelen Spiel der Belgier hätte fassen können.

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