München - Im Münchner Stadion, so groß wie ein Hochhaus, wo die vor Kälte und Nervosität bibbernden Reporter im sechsten Stock unterm Dach saßen und ihre überforderten Hirne verrückt rechneten, sah es so aus: Aus dem Hintergrund müsste Goretzka schießen, Goretzka schießt. Toor, Toor, Toor.

Die Nacht von München und das Wunder von Bern vor 67 Jahren haben andere historische Ausmaße, aber, welch Koinzidenz, dieselbe 84. Spielminute der Entscheidung, dazu die ähnlichen Schusspositionen von Helmut Rahn aus Essen einst und Leon Goretzka aus Bochum jetzt, genau wie das Fritz-Walter-Wetter. Damals Bindfäden, diesmal Sturzbäche. Der Gegner Ungarn damals: ein Gigant des Weltfußballs. Diesmal: ein wehrhafter Zwerg. Damals ein 3:2-Sieg, der das kollektive Gefühl eines „Wir sind wieder wer“ viel zu schnell viel zu groß erwachsen ließ. Diesmal bloß der Ausgleich in einer EM-Vorrunde, der das Achtelfinale sicherte: Stolpernd nach Wembley, in die Kathedrale des Fußballs gegen England.

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