Nyon - Ein leises Yeah aus den Reihen links vorne, dann lautes Schulterklopfen, Reinhard Grindel packt sie sich alle, Celia Sasic hat tatsächlich ein Glückstränchen im Auge und Philipp Lahm sieht fast wieder so erfüllt aus wie mit dem WM-Pokal in den Händen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) darf in sechs Jahren die Fußball-Europameisterschaft ausrichten. Um 15.21 Uhr hat Uefa-Boss Aleksander Ceferin den Umschlag zerrissen und den Sieger der geheimen Wahl des Exekutivkomitees vorgelesen: „Germany“. Was aus Sicht der schulterklopfenden DFB-Delegation um Präsident Grindel, Integrationsbotschafterin Sasic und dem künftigen Turnierdirektor Lahm eigentlich ein kleiner Patzer war.

Der Gewinner ist Fußball. So hätte es eigentlich heißen müssen. So hatten es die Deutschen etwas anmaßend selbst formuliert – am Ende ihres Bewerbungsvideos, mit dem sie zwei Stunden vor der Wahl die 17 Mitglieder des Exekutivkomitees des Europäischen Fußballverbands Uefa in dessen Sitz am Genfer See überzeugen wollten. Die Botschaft: Eine EM in Deutschland ist das Beste, was dem Sport passieren kann. Das war also der letzte Schrei nach Zustimmung in einem eineinhalbjährigen Mühen. Und dann gaben zwölf Komitee-Mitglieder ihre Stimme dem DFB. In den Reihen rechts vorne im Auditorium: Schockstarre. Der türkische Verband (TTF) ist zum vierten Mal nacheinander gescheitert.

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