Fazit der Katar-WM: Geld schießt also doch Tore, Paris freut sich auf seine Stars

Die WM 2022 ist vorbei. Besonders das Finale wird ein eigenes Kapitel in der Geschichte einnehmen. Welche Erkenntnisse nimmt der Fußball mit aus dem Turnier?

Teamkollegen im Verein: Messi (l.) und Mbappé (r.) sind nun Welt- und Vizeweltmeister.
Teamkollegen im Verein: Messi (l.) und Mbappé (r.) sind nun Welt- und Vizeweltmeister.Imago/Xinhua

Die Fußballweltmeisterschaft 2022 ist Geschichte. Während Fifa-Boss Gianni Infantino erwartbar auch mit Abschluss der Katar-WM von der „besten WM aller Zeiten“ sprach, war es in der Tat wohl das spannendste Turnier in der Fußball-Historie. Das denkwürdige Finale zwischen Argentinien und Frankreich setzte der wiederum umstrittensten Endrunde aller Zeiten ihre Krone auf. Welches Fazit zieht man aus den vergangenen vier Wochen und was sind die wichtigsten Erkenntnisse?

Es waren Spektakel geboten im Wüstenstaat Katar, denn die WM war die torreichste aller Zeiten. 172 Tore fielen in den Stadien in und um Doha und damit drei Treffer mehr als vor vier Jahren in Russland und einer mehr als 2014 in Brasilien. Besonders Standardsituationen haben bei dem Turnier für die entscheidenden Treffer gesorgt. Folgerichtig ist Argentinien mit sieben Toren nach ruhenden Bällen auch Weltmeister geworden. Dahinter folgen die Franzosen mit vier Standardtoren, also ein passender Finalgegner.

Allgemein spiegelte das Endspiel vom Sonntag den groben WM-Verlauf der beiden Finalmannschaften wider. Die Albiceleste war für ihre starke Früh-Offensive bekannt, kein Team traf öfter in der ersten Halbzeit. Und so war die 2:0-Halbzeitführung der Argentinier keinesfalls ein Glücksfall. Die erfolgreichste Nation in der letzten Viertelstunde waren wiederum die Franzosen. Auch im Finale drehten sie in der Crunchtime eine fast aussichtslose Partie binnen weniger Minuten, verloren nach dem WM-Finale 2006 gegen Italien und dem EM-Achtelfinale 2021 gegen die Schweiz aber erneut im Elfmeterschießen.

Schön spielen, aber auch aggressiv

War die Katar-WM aus sportlicher Perspektive auch ein Revival des zweikampfbetonten, harten und kompromisslosen Verteidigers? Die Argentinier wurden jedenfalls auch Weltmeister der Fouls, 118 Mal langten die Männer vom Rio de la Plata zu. Vizeweltmeister Frankreich steht mit 89 Fouls auf Platz drei, die WM-Dritten aus Kroatien mit 94 Regelverstößen auf Rang zwei. Auch in Sachen Verwarnungen führen Messi und Co. die Liste an. 16 Gelbe Karten gab es für Argentinien, gefolgt von 14 Karten für Saudi-Arabien und 12 für Serbien.

Die PSG-WM

Es war kein Zufall, dass die Hauptprotagonisten im Finale auch die besten Spieler der Winter-WM waren. Sowohl die meisten Tore als auch die Torschüsse und Torbeteiligungen gehen auf das Konto der PSG-Stars Lionel Messi und Kylian Mbappé. Messi – von der Fifa als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet – hatte sieben Tore, drei Vorbereitungen und einen Pre-Assist auf seinem Konto. Sein Pariser Teamkollege Mbappé – Gewinner des goldenen Schuhs – wurde mit acht Treffern Torschützenkönig. Hinzu kamen zwei direkte Torvorbereitungen und vier Pre-Assists. Beide Spieler führten mit ihren 32 Torschüssen auch diese Statistik deutlich an, auf Platz drei landete Ivan Perisic mit 17 Schüssen.

Die Startruppe von Paris Saint-Germain dominierte in jedweder Hinsicht das Turnier in Katar. Insgesamt 18 Tore schossen Mbappé, Messi, Neymar und Co. Auf Rang zwei folgen der FC Barcelona und Manchester City mit jeweils acht Treffern, Stadtrivale Manchester United und die AC Mailand kommen auf je sieben Tore. Auch bei den Torschüssen sind die Profis von der Seine mit 87 Versuchen europaweit führend. Allein die Finalisten Mbappé und Messi hatten mehr Torschüsse auf ihrem Konto als Manchester United – der zweitplatzierte in der Rangliste. Die Red Devils kommen auf 63 Schüsse aufs Tor, gefolgt von Tottenham Hotspur mit 58 Versuchen.

Die Stürmer und Mittelfeldakteure des FC Bayern München spielten bei der Winter-WM hingegen nur eine Nebenrolle, sie kamen auf 56 Torschüsse und teilen sich damit Rang vier mit Real Madrid. Somit darf sich der deutsche Rekordmeister auf einen heißen Tanz im Februar einstellen, wenn er im Achtelfinale Paris Saint-Germain mit Neymar, Mbappé und dem frisch gekürten Weltmeister Messi zum Gegner hat.