Berlin - Endlich mal gute Nachrichten von der Bayern München AG. Nichts von versehentlich aus Katar mitgebrachten Rolex-Uhren, die dem deutschen Zoll (wie 2013 geschehen) ins Auge stachen. Sogar der Flieger soll pünktlich mit der siegreichen Mannschaft im Wüstenstaat gestartet sein – weil die dortige Flugaufsicht offenbar beeindruckt war von der Schimpfkanonade, die über ihre Brandenburger Kollegen wegen eines ernst genommenen Nachtflugverbotes niedergegangen war. Und dann machte Karl Heinz Rummenigge auch noch den tollen Vorschlag, die Bayern müssten vorrangig geimpft werden, um der Gesellschaft ein Beispiel zu geben. Vorbei an allen 90- und 80-Jährigen, an Lehrern, Erziehern, Ärzten und Krankenschwestern – „Bayern first!“ Der Vorstandsvorsitzende hatte natürlich nichts anderes im Sinn, als den Impfverweigerern in Bayern und dem Rest der Bundesrepublik zu zeigen, welche Vorbildwirkung von jungen Millionären ausgehen kann, auch wenn sie mal nicht dem Ball, sondern den raren Impfdosen nachjagen. Er wird es nicht verstehen, warum sein Impf-Pass in allen Medien hämisch bis fassungslos wie ein Foul im Strafraum kommentiert wurde – die Bayern, weltvergessen, in einer Blase der Selbstüberhöhung lebend, vom Erfolg berauscht und vom wirklichen Leben und den Nöten der in ihrer Existenz bedrohten Freiberufler, Ladenbesitzer, Künstler völlig entrückt. Trainer Flick mokierte sich zu allem Überfluss auch noch über Dr. Lauterbach, den „sogenannten Experten“, der Schmähung ließ er immerhin ein Gesprächsangebot folgen.

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