Fußball-Star: David Beckham hört nach 21 Jahren auf

Am Donnerstag, mit 38 Jahren, hat David Beckham Schluss gemacht. Er verkündete sein Karriere-Ende. Am 26. Mai, einen Tag nach dem Champions-League-Finale in London, spielt der Engländer, derzeit beim französischen Meister Paris St. Germain angestellt, deshalb seine letzte Partie. In der Provinz übrigens, an der Atlantikküste auf Kunstrasen. Beim FC Lorient. „Ich bin dankbar, dass PSG mir die Chance gegeben hat, aber nun fühle ich, dass die Zeit gekommen ist, meine Karriere zu beenden“, teilte der 38-Jährige in Paris mit.

PSGs Klubchef Nasser Al-Khelaifi hatte zwar mehrfach betont, dass er den erst im Januar mit Beckham bis Saisonende geschlossenen Vertrag sehr gern verlängern wollte. Doch „Becks“ machte dem Mann aus Katar einen Strich durch die Rechnung. „Ich fühle mich, als würde ich in ein neues Abenteuer starten und ich freue mich wirklich auf das, was vor mir liegt“, sagte der Engländer, der nicht nur für seinen feinen rechten Fuß in Erinnerung bleiben wird, sondern auch als Ehemann des Spice Girls Victoria „Posh“ Adams, später Beckham, und für seine Auftritte mit Haarreifen, Irokesen-Frisur, Tattoos, einer Roten Karte im WM-Achtelfinale 1998 und verschossenen Elfmetern.

Vier Titel in vier Ländern

Der Mittelfeldspieler bedankte sich bei all seinen Mitspielern und Trainern. Auch die Fans vergaß er nicht, die „mich immer unterstützt und mir die Kraft gegeben haben, um erfolgreich zu sein“. Erfolgreich war Beckham ohne jeden Zweifel. Der Mann, der 1992 im Alter von 17 Jahren sein Erstliga-Debüt bei Manchester United feierte, avancierte in einer langen Karriere mit insgesamt 833 Pflichtspielen zum einzigen Engländer, der in vier verschiedenen Ländern Liga-Titel gewann: Sechs Mal die Premier League mit United, die spanische Primera División 2007 mit Real Madrid, die nordamerikanische MLS 2011 und 2012 mit Los Angeles Galaxy und zuletzt die Ligue 1 in Frankreich.

Im Trikot der englischen Nationalelf traf Beckham in 115 Spielen 17 Mal. Der größte berufliche Erfolg war aber zweifellos der Gewinn der Champions League mit Manchester im Jahr 1999, als er mit den Red Devils den FC Bayern München im dramatischen Finale in Barcelona mit zwei Last-Minute-Toren 2:1 in die Knie zwang. „Das Spiel zu spielen, das ich liebe, wird nichts jemals vollständig ersetzen können“, bekannte Beckham.

Zuletzt konnte er in Paris aber nicht mehr verbergen, dass die Jahre an ihm gezehrt haben. Die französischen Medien hatten mehrfach kritisiert, dass er zu langsam geworden sei. Dafür verkaufte PSG in Frankreich und Europa, vor allem aber in Asien so viele Trikots wie nie zuvor.

In Zukunft dürfte David Beckham, der vom Arbeiterkind zur Stil-Ikone avancierte, dem Fußball verbunden bleiben. Die katarische Führung seines momentanen Arbeitgebers bot ihm einen Job als Botschafter des Vereins und auch der WM 2022 im Emirat an. Natürlich, this is David Beckham. (dpa)