WM-Kuriositäten: Die größten Besonderheiten dieser Weltmeisterschaft

Wer ist der älteste, wer der jüngste Spieler dieser WM in Katar? Wer verdient sein Geld in Russland und welcher Ausrüster hat die Nase vorn? Ein Überblick.

Die Countdown-Uhr für die Fifa-Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar.
Die Countdown-Uhr für die Fifa-Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar.Adam Davy/PA Wire/dpa

Die Weltmeisterschaft wird für viele Protagonisten die wohl letzte Chance sein, um den großen Wurf zu landen und den begehrten Pokal in den Nachthimmel von Doha zu heben. So wird das Turnier am Persischen Golf für die Superstars um Cristiano Ronaldo (Portugal) und Lionel Messi (Argentinien) aus Altersgründen das mit Sicherheit letzte Weltturnier ihrer aktiven Karriere sein.

Aber auch ganze Fußballgenerationen werden wohl ihren letzten großen Auftritt vor versammelter Öffentlichkeit haben. Zum einen sind da die Belgier zu nennen, mit ihrer „goldenen Generation“ um Kevin De Bruyne, Thibaut Courtois, Axel Witsel, Eden Hazard, Dries Mertens und Romelu Lukaku. Ein Großteil der Stars ist schon über 30 Jahre alt und wird bei der nächsten WM, 2026 in den USA, Kanada und Mexiko, wohl nur noch zuschauen.

Die älteste Mannschaft des Turniers stellen jedoch nicht die „Red Devils“, sondern der Iran. Das Team um den Bundesliga-Spieler Sardar Azmoun (Bayer 04 Leverkusen) ist im Durchschnitt fast 30 Jahre alt. Knapp hinter diesen „Oldies“ folgen die Herren aus Mexiko. „El Tri“ stellt auch den ältesten Akteur des Turniers: Für den 40-jährigen Torhüter Alfredo Talavera vom FC Juarez ist es die dritte WM.

Im Gegensatz dazu gilt bei Ghana die Devise „Jugend forscht“. Die „Black Stars“ haben mit einem Altersdurchschnitt von knapp über 25 Jahren den jüngsten Kader des Turniers. Nur wenige Monate älter sind die Fußballer aus den USA, bei denen man vermuten kann, dass sich die Mannschaft um Christian Pulisic mit dem jungen Kader schon auf die kommende WM im eigenen Land vorbereitet. Der jüngste Fußballer des Turniers steht jedoch im DFB-Aufgebot. Stürmerjuwel Youssoufa Moukoko wird am Sonntag, dem Tag des Eröffnungsspiels, 18 Jahre alt.

Wie stark sind die europäischen Fußball-Ligen bei der WM vertreten?

Besonders auf Wales sollte man ein Auge werfen. 20 Spieler verdienen ihr Geld in den stärksten vier Ligen Europas und beweisen sich Woche für Woche auf hohem Niveau. Zwar zog es den Star der Mannschaft, Gareth Bale, im vergangenen Sommer in die USA zum Los Angeles FC, allerdings holte er gleich im ersten Anlauf den Titel in der nordamerikanischen Fußballiga MLS.

England hat traditionell wenige Legionäre in den eigenen Reihen. Einzig Borussia Dortmunds Jude Bellingham steht nicht bei einem Premier-League-Verein unter Vertrag, sondern in der Bundesliga. Allerdings gibt es bei der Weltmeisterschaft zwei Mannschaften, bei denen die Akteure nur in einheimischen Ligen ihre Brötchen verdienen: Katar und Saudi-Arabien.

Apropos Premier League: Die derzeit wohl stärkste Fußball-Liga der Welt stellt allein für dieses Turnier 159 Akteure ab, womit jeder fünfte Premier-League-Spieler bei der WM auftritt. Mit großem Abstand führt die englische Beletage vor der spanischen La Liga mit 86 Kickern und der Bundesliga, die mit mit 81 Spielern Platz drei belegt.

Ein weiteres Kuriosum dieser Winter-WM hängt mit Italien zusammen. Die italienische Serie A ist nämlich die Liga, die mit 70 Akteuren auf dem vierten Platz steht. Die „Squadra Azzurra“, die italienische Nationalmannschaft aber wird nicht in Katar vertreten sein, scheiterte in der Qualifikation auf sensationelle Art und Weise an Underdog Nordmazedonien. Der amtierende Europameister wird das Turnier in Katar somit im Fernsehen anschauen müssen.

Welcher Verein ist am stärksten in Katar vertreten?

Der Klub, der die meisten Fußballer für die WM abstellt, ist der FC Bayern München. 17 Spieler des Deutschen Serienmeisters werden im Wüstenstaat auflaufen. Es folgen Manchester City und der FC Barcelona mit je 16 abgestellten Spielern auf Rang zwei und der Al-Sadd Sports Club aus Katar mit 15 abgestellten Akteuren auf Platz drei.

Der deutsche Nationaltorhüter Manuel Neuer ist übergroß an der Fassade eines Gebäudes in Doha angebracht.
Der deutsche Nationaltorhüter Manuel Neuer ist übergroß an der Fassade eines Gebäudes in Doha angebracht.Federico Gambarini/dpa

Auch interessant: Zwei Spieler bei der Weltmeisterschaft verdienen ihr Geld bei Klubs in der russischen Fußball-Liga. Der kroatische Verteidiger Dejan Lovren steht auch nach dem russischen Angriffskrieg und dem Ausschluss russischer Vereine bei Europapokalwettbewerben weiter beim Spitzenverein Zenit St. Petersburg unter Vertrag, wofür er in seinem Heimatland heftig kritisiert wird. Ein weiterer Profi, der sein Geld in der Premier Liga verdient, ist der Kameruner Nicolas Moumi Ngamaleu (FK Dynamo Moskau).

Im Übrigen fahren auch zwei Berliner mit nach Katar. Und wie es der Zufall will, konkurrieren Oliver Christensen (Hertha BSC) und Frederik Rönnow (1. FC Union Berlin) um den Platz zwischen den Pfosten. Beide Torhüter müssen sich jedoch wohl hinter Stammkeeper Kasper Schmeichel anstellen.

Wer gewinnt bei den Ausrüstern?

Welt- und Europameisterschaften stehen jedoch nicht nur für sportlichen Wettkampf, sondern sind auch immer wieder Marketingschlachten der zwei großen Sportartikelhersteller Adidas und Nike. Für die beiden Konzerne sind solche Großereignisse eminent wichtig, sie ringen um die maximale Aufmerksamkeit der Zuschauer.

Bei der WM 2018 in Russland rüstete noch der deutsche Sportartikelhersteller Adidas die meisten Teams aus, doch nun gewinnt der US-amerikanische Hersteller Nike das Marken-Duell. 13 Nationalmannschaften werden von Nike ausgerüstet, damit hat man einen Marktanteil von 40 Prozent. Adidas stattet hingegen nur sieben Teams aus, gefolgt von Puma mit sechs Mannschaften. Der Punktsieg geht also schon mal nach Oregon und nicht ins bayrische Herzogenaurach.