In Hoppegarten sollen Pferde und Jockeys wieder starten dürfen. 
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HoppegartenDie Sportwelt steht in der Corona-Krise still. Spiele und Wettkämpfe können vorerst nicht mehr stattfinden. Doch auf der Galopprennbahn Hoppegarten will man sich mit dem Verbot nicht dauerhaft abfinden. Bereits ab Mai sind dort Geisterrennen geplant – ohne Publikum. Die Veranstaltungen sollen per Livestream im Internet und womöglich auch im Fernsehen übertragen werden. Man verspricht sich außerdem gute Einnahmen aus dem Online-Wettgeschäft.

Der Besitzer der Rennbahn Hoppegarten, Gerhard Schöningh, hat den 10. und den 31. Mai für die ersten Geisterrennen ins Auge gefasst. Mit den zuständigen Behörden, die eine Wiederaufnahme des Betriebs genehmigen müssten, wolle er nun ins Gespräch kommen, sagte Schöningh dem RBB-Inforadio. Seine Hoffnung sei, dass mit der geplanten Lockerung der Corona-Bestimmungen in Berlin und Brandenburg auch Geisterrennen möglich würden.

Schöningh will Jockeys und Pferde wieder auf die Bahn schicken – aber weiterhin mit Beschränkungen. Maximal 80 Personen sollen bei den Wettkämpfen das Gelände betreten dürfen. „Wir werden den Mindestabstand um die Rennen herum und auch in den Rennen einhalten können“, sagte Schöningh dem Inforadio. Im Galopp würden ohnehin „mindestens 1,50 Meter Abstand zwischen den Reitern“ bestehen.

Ein Konzept, das Sicherheitsvorgaben für den Pferdesport in ganz Deutschland machen soll, ist beim Dachverband Deutscher Galopp in Arbeit. Es soll noch in dieser Woche vorgelegt werden. In einer Mitteilung heißt es vorab, dass beispielsweise „Minimalbesetzungen“ beim Personal vorgesehen seien.

Wenn die Genehmigungsbehörden ihre Zustimmung geben, können Galopp-Fans am 10. Mai die erste Berliner Veranstaltung erleben. Sie soll unter anderem auf den Websites www.deutscher-galopp.de und www.wettstar-pferdewetten.de im Livestream übertragen werden. Der Dachverband, der den Betrieb auch in anderen Städten wiederaufnehmen will, verhandelt außerdem mit Fernsehsendern über die Ausstrahlung von Galopprennen.

Rennbahn-Eigentümer Schöningh hofft, dass die Geisterrennen bei den Anbietern von Internet-Wetten auf Interesse stoßen. „Wir werden schon einiges dafür tun, die Menschen, die bisher nur Sportwetten gemacht haben, auch für die Pferdewette zu begeistern“, sagte er. Eine Zielgruppe seien beispielsweise Fußball-Fans, die angesichts der Einstellung des Spielbetriebs vorläufig nicht auf Partien setzen können.

Der Dachverband Deutscher Galopp will die Pandemie-Krise ebenfalls dazu nutzen, neue Zuschauer zu gewinnen. „Wir wollen das Beste aus dieser Lage machen und unseren großartigen Rennsport noch mehr Menschen präsentieren“, teilt Geschäftsführer Jan Pommer mit.