„Gefühlte Niederlage“: Union Berlin hadert mit 3:3 in Ingolstadt

Einen Punkt beim Spitzenreiter erobert, den möglichen Auswärts-Dreier aber kurz vor dem Ende aus der Hand gegeben: Den 1. FC Union Berlin kann ein 3:3 (2:2) beim souveränen Zweitliga-Führenden FC Ingolstadt 04 nicht glücklich machen. In der Nachspielzeit holte der gerade eingewechselte Ex-Herthaner Andre Mijatovic mit seinem Kopfball zum Ausgleich die „Eisernen“ von Wolke sieben.

„Das ist eine gefühlte Niederlage. Wieder einmal bekommen wir ein Standardtor in der Schlussminute. Das kann nicht sein“, erklärte Union-Stürmer Sebastian Polter nach der Sonntags-Partie. Nach 13 Spieltagen bleibt Union mit 14 Punkten auf Tabellenplatz 13.

Die Köpenicker legten einen couragierten Auswärtsauftritt hin. Schon nach 18 Minuten brachte Routinier Benjamin Köhler die Gäste mit einem Foulelfmeter in Führung. Christopher Quiring legte nach einem schulbuchmäßigen Konter der Berliner zum 2:0 nach (21.). Und in der zweiten Halbzeit schaffte Polter mit seinem fünften Saisontor noch einmal die Führung (79.). „Wir hätten gern gewonnen und das hätten wir auch schaffen können“, haderte Polter mit dem Ausgang. Nach dem 2:1 in Aalen vor 14 zwei Wochen standen die Unioner ganz kurz vor ihrem zweiten Auswärts-Dreier in Folge.

Nach einer Attacke des Ex-Cottbusers Konstantin Engel an Quiring hatte Union einen Elfmeter bekommen, den Köhler verwandelte. Aus einer kompakten Defensive setzen die Gäste immer wieder Nadelstiche. So schickte Kapitän Damir Kreilach mit einem Pass weit aus der eigenen Hälfte Quiring auf den Weg, der den Ball eiskalt an Ingolstadts Torwart Ramazan Özcan vorbeischoss. Allerdings glich der Tabellenführer durch einen misslungenen Abwehrversuch von Michael Parensen (35. Minute/Eigentor) und einen Treffer von Marvin Matip (45.) noch vor dem Wechsel aus. „Ich habe jetzt ein mulmiges Gefühl“, sagte Parensen nach dem Abpfiff. Verteidiger Christopher Trimmel spielte trotz eines Nasenbeinbruchs bis zum Ende durch.

Ernüchterung in der 91. Minute

Nach der Pause verteidigten die Berliner zunächst besser. Und mit der ersten Ballberührung brachte der eingewechselte Martin Dausch Unions besten Torjäger Polter in Position, der „tunnelte“ Keeper Özcan. Doch nach einer Ingolstädter Ecke in der 91. Minute kam noch die Ernüchterung durch Mijatovic. „Das ist einfach bitter. Besonders blöd, dass wir das 2:2 und das 3:3 jeweils kurz vor dem Abpfiff der Halbzeiten kassiert haben“, sagte Mittelfeldspieler Maximilian Thiel.

Auch Trainer Norbert Düwel, der weiter auf Fabian Schönheim verzichten musste, dafür aber Martin Kobylanski erstmals seit Mitte September in der Startelf aufbot, war der Ärger anzumerken. „Beim letzten Tor haben wir uns sehr dilettantisch angestellt“, sagte Düwel, für den sein Team eine große Chance schon vor der Halbzeit vergeben hatte: „Wir führen 2:0 und geben dann ein Stück weit nach.“ (dpa)