Berlin - Die Freude war Maodo Lo deutlich im Gesicht abzulesen. Freude natürlich über den 87:78-Sieg gegen Panathinaikos Athen im letzten Euroleague-Heimspiel der laufenden Saison. Fast noch größere Freude aber darüber, dass „wir seit Monaten mal wieder fast den kompletten Kader zur Verfügung hatten“, wie er nach dem Spiel sagte. „Wir hatten so viele Probleme mit Verletzungen, Covid-Erkrankungen und anderen Dingen, deshalb war es toll, mal wieder fast mit dem kompletten Team zu spielen und zu gewinnen.“

Die Frage, wozu diese Mannschaft denn ohne all diese Probleme im Stande gewesen wäre und zu welchem sportlichen Ergebnis das geführt hätte, kann mit Blick auf ähnliche Probleme bei der Konkurrenz natürlich nur hypothetischer Natur sein. Mit Blick auf die Entwicklung einzelner Spieler im Berliner Kader des Jahrgangs 2021/22 aber wäre die Antwort darauf sehr spannend. Wenn man gesehen hat, wie sich beispielsweise Malte Delow, Christ Koumadje oder Oscar da Silva im letzten Heimspiel der Euroleague  präsentiert haben und welche Entwicklung sie durchlaufen haben oder wie Maodo Lo wieder einmal unter Beweis gestellt hat, wie er im Laufe der Saison zum Anführer des Teams geworden ist, wäre es aus Alba-Sicht wünschenswert gewesen, das Gesamtgebilde in seiner Entwicklung häufiger beobachten zu können.

Aber: Trotz all dieser Probleme hat Alba Berlin schon vor dem abschließenden Spiel am Freitag (21 Uhr) in Monaco die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte gespielt. Inklusive der beiden Erfolge der mittlerweile vom Spielbetrieb suspendierten Teams aus Kazan und St. Petersburg konnten bereits 14 Partien gewonnen werden. Der bisherige Rekord von zwölf Euroleague-Siegen aber kann mit einem Sieg am Freitag auch ohne diese beiden annullierten Erfolge übertroffen werden. Doch selbst wenn das Spiel nicht gewonnen wird und man in der Vorwoche die Qualifikation für die Play-offs knapp verpasst hat, befindet sich die Mannschaft auf einem guten Weg. „Alle haben den nächsten Schritt gemacht und alle haben sich bewiesen“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi. „Wir haben Spieler, die zum ersten Mal Euroleague gespielt haben und wir haben Spieler, die sich zum ersten Mal bemerkbar gemacht haben, wie zum Beispiel Malte Delow“, lobte Baldi den Youngster.

Die Erfahrungen, die Delow und der Rest des Teams gesammelt haben, werden in den kommenden Wochen noch wertvoll sein. In der Bundesliga möchte Alba Berlin den Meistertitel verteidigen. Rechtzeitig dafür steht auch wieder fast der komplette Kader zur Verfügung.