Berlin - Die Skisprung-Asse Karl Geiger und Katharina Althaus bei ihrem doppelten Angriff auf Gold? Oder die Rodel-Rivalen Felix Loch und Johannes Ludwig? Vielleicht gar die zuletzt oft gescholtenen Biathleten in der Mixed-Staffel? Wer die erste deutsche Olympia-Medaille in Peking holt, ist eine spannende wie offene Frage. Die Chance auf ein starkes Auftaktwochenende scheint groß – wenngleich ein Traumstart wie 2018 eher unwahrscheinlich ist. „Ich bin hochmotiviert und brenne auf die Wettkämpfe“, sagt Geiger, der im Springen von der Normalschanze am Sonntag (12 Uhr MEZ, ZDF und Eurosport) zu den Topfavoriten gehört. Vor vier Jahren durfte der Oberstdorfer in Südkoreas Eiseskälte zumindest mitjubeln, als Teamkollege Andreas Wellinger weit nach Mitternacht zu Gold sprang und damit einen famosen ersten Wettkampftag krönte. Nur rund zwei Stunden zuvor war in Pyeongchang nämlich bereits Laura Dahlmeier zu Biathlon-Gold gesprintet.

Wellinger hat sich sportlich nicht qualifiziert, Dahlmeier ist zurückgetreten. Beim Auftakt im Mixed über 4x6 Kilometer soll Denise Herrmann eine tragende Rolle zukommen. „Ich hoffe einfach, dass ich das zeigen kann, was ich zeigen möchte“, sagt die Oberwiesenthalerin vor der ersten Biathlon-Entscheidung am Sonnabend (10 Uhr MESZ, ARD und Eurosport). Sollte das deutsche Quartett am Sonnabend leer ausgehen, hat Skispringerin Katharina Althaus gleich danach die nächste Chance. Und die ist im Einzelwettbewerb für die Pyeongchang-Zweite größer als zunächst vermutet: Norwegens Schanzen-Queen Maren Lundby fehlt ebenso wie kurzfristig auch die in die Corona-Falle getappte Topfavoritin Marita Kramer (Österreich).

„Ich kann vorne mitmischen, meine Saison läuft richtig gut“, sagt die 25 Jahre alte Oberstdorferin vor der Entscheidung am Sonnabend (11.45 Uhr MEZ): „Es werden andere Spiele als in Sotschi oder Pyeongchang, aber es werden sicher coole Spiele.“ Sollte es für sie im Einzel nicht mit dem Podest klappen, wartet die nächste Chance bereits am Montag mit dem Mixed-Team.

Wie man die erste Medaille und das erste Gold für das deutsche Team gewinnt, weiß Rodel-Ass Felix Loch ganz genau. 2014 in Sotschi gelang ihm beides mit dem Einzeltriumph, 2010 hatte er bereits die erste Goldmedaille in Vancouver geholt. Diesmal ist der 32-Jährige in den vier Läufen am Sonnabend (12.10/13.50 Uhr MEZ) und Sonntag (12.30/14.15) eher der Jäger: Stallrivale Ludwig gewann im Olympia-Winter fünf Weltcups plus Gesamtwertung, Loch nur einen. Loch geht dann auch sachlich ins Rennen. „Diesmal wird es keine rechten Emotionen geben, egal ob es gut oder schlecht ausgeht. Da steht ja kaum einer im Ziel“, sagt er, der ohnehin kritisch der Vergabe der Spiele nach China gegenübersteht: „Deshalb bin ich glücklich, dass ich schon so viele schöne Olympia-Augenblicke hatte.“