Ohne Fans ist Fußball einfach nicht dasselbe.
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BerlinEndlich wieder Bundesliga! Und eine Geisterspiel-Konferenzschaltung im freien Fernsehen. Was wird sie bringen, diese Premiere? Nach gut einer Stunde Spielzeit – die Bilder kamen gerade aus Sinsheim – jubelten die Profis von Hertha BSC nach einem Treffer ihres Kapitäns Vedad Ibisevic. Leider nicht konform mit den Vorgaben der Deutschen Fußball-Liga (DFL), denn sie drückten und tätschelten sich. Einen Moment konnte man bei der Übertragung des Senders Sky Sport News HD, der die ersten beiden Spieltage nach dem Re-Start der Liga für alle Konsumenten frei empfangbar macht, annehmen, man sei Zeuge eines normalen Fußballspiels. Doch das währte nur sehr kurz.

Zuvor hatte der Reporter aus der 30 000-Zuschauer fassenden Arena der TSG Hoffenheim, in der rund 300 Menschen aktiv und passiv am Geschehen beteiligt waren, gesagt: „Das Spiel ist wie die Atmosphäre. Sehr, sehr ruhig.“

Alles erinnerte an einen Bolzplatz oder an Spiele in der Kreisliga A – egal, ob der Schauplatz die menschenleeren Stadien in Dortmund, Augsburg oder eben Sinsheim waren. Die Konferenz war ermüdend und emotionslos, was am tristen Drumherum lag. Die Spiele selbst wirkten langsamer, das Geschehen unkoordinierter.

Die Hoffnung, wenigstens das Dauergerede der Profis und der Trainer gut zu hören, zerschlug sich: Der Hall im leeren Stadion war zu groß. Das Produkt Fußball schien aus der Konserve zu kommen. Und die ist kein Ersatz für das Live-Erlebnis im Stadion. Bleibt nur die Hoffnung auf starke Erfolge im Kampf gegen das Virus und auf Fußball mit dem, was ihn ausmacht: Fans auf den Tribünen. Und vielen Emotionen.