Berlin - Ein bisschen „Atmo“ bleibt: Der deutsche Profisport ist zwar vom Schreckgespenst bundesweiter Geisterspiele verschont geblieben, muss aber starke Zuschauer-Restriktionen verkraften. Vorerst dürfen die Stadien der Fußball-Bundesliga nur noch bis zu 50 Prozent ausgelastet werden – allerdings gedeckelt bei maximal 15.000 Fans. Für Hallensportarten gilt dieselbe Prozent-Regelung bei höchstens 5000 Zuschauern.

Die Ergebnisse der Bund-Länder-Beratungen vom Donnerstag zur zugespitzten Coronalage sind allerdings wie erwartet nicht deutschlandweit einheitlich gültig. Denn neben diesen „Mindeststandards“ sind den Bundesländern zusätzlich schärfere Maßnahmen wie Partien vor leeren Rängen vorbehalten – was unter anderem Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen voraussichtlich umsetzen werden. Und auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte in dieser Woche bereits eine Reduzierung der Zahlen ankündigt, appellierte am Donnerstag noch einmal an die Fußballclubs, im Dialog mit ihren Fans sogar noch eine weitere Reduzierung von Zuschauern freiwillig zu beschließen. „Es ist nicht verboten für einen Fußballverein, so eine Initiative zu ergreifen“, sagte Müller.

Für die beiden Fußball-Bundesligisten hatte er 5000 Zuschauer, für die Teams unter dem Hallendach eine Begrenzung auf 2500 Zuschauer in Aussicht gestellt. Bei den BR Volleys, den Eisbären, Füchsen und Alba Berlin hatte man sich mit dieser Regelung offenbar schon abgefunden. Auch damit, dass sie ab diesem Wochenende gelten würde. „Wir als BR Volleys können damit leben, obwohl wir am Sonnabend gegen Friedrichshafen die Chance gehabt hätten, auf über 3000 Zuschauer zu kommen, so wie der Vorverkauf bisher gelaufen ist“, sagte Volleys-Manager Kaweh Niroomand.

Er habe in den vergangenen Wochen gemerkt, dass die Leute vorsichtiger geworden seien, was man auch in den Restaurants der Stadt sehe. Bei Heimspielen der Volleys gilt bereits die 2G-plus-Regel, also zusätzlich Maske und Abstand. Außerdem empfehlen die Volleys Corona-Tests vor den Spielen, 200 Meter vor der Halle ist ein Testzentrum. Dennoch ist es nicht der Idealzustand. „Hätte es diese blöden Einzelbeispiele wie beim 1. FC Köln nicht gegeben, hätten jetzt nicht alle im Sport darunter leiden müssen. Sie können Verordnungen erlassen und Richtlinien herausgeben, wie sie wollen, wenn sich die Menschen nachher nicht daran halten. Die größte Verantwortung liegt im individuellen Verhalten der Menschen. Wir müssen uns impfen und wir müssen uns der Pandemie entsprechend verhalten“, so Niroomand.

Nach der Konferenz vom Donnerstag aber muss er die Situation vielleicht noch einmal neu bewerten. Genau wie die Eisbären, die ihren Karten-Vorverkauf für die Heimspiele im Dezember eingestellt hatten und den Beschluss abwarten wollten.