Nicht nur für Albas Makai Mason war Olympiakos eine Nummer zu groß.
Jürgen Engler

BerlinEs ist so etwas wie ein ungeschriebenes Gesetz. Ist ein Spiel kurz vor Ende entschieden, lässt die siegreiche Mannschaft die Zeit im letzten Angriff runterlaufen, ohne einen letzten Wurf zu nehmen. Weil sich auch die Spieler von Olympiakos Piräus daran hielten, blieb Alba Berlin am Donnerstagabend zumindest dieses letzte Negativerlebnis erspart: keine 100 Punkte des Gegners. Das 80:99, welches nach Ablauf der Spielzeit auf dem Videowürfel der Arena am Ostbahnhof zu lesen war, tat dennoch weh.

Wunderdinge waren vom ausgedünnten Alba-Kader aber bereits vor dem Spiel nicht zu erwarten. Neben den vier verletzten Spielern hatten die, die noch zur Verfügung standen, in den vergangenen Wochen zu viel Kraft gelassen, um gegen ein Team, welches lediglich in der Euroleague antritt, zu bestehen.

Die Kräfteverhältnisse wurden aufgrund der ungleich verteilten Kraftreserven schnell sichtbar. Einmal lag Alba Berlin am Donnerstagabend kurz in Führung. Danach wuchs der Rückstand mit zunehmender Spieldauer immer weiter an, das erste Viertel ging mit 17:30 klar verloren.

Unglaubliche Trefferquote von Piräus

Gerade unter den Körben wurden die Personalsorgen der Berliner besonders deutlich, generell wirkten die Gäste in allen Belangen frischer. Und sie waren treffsicher. Unglaubliche 80 Prozent ihrer Zweier gingen im ersten Viertel rein, selbst zur Halbzeitpause waren es noch 78 Prozent. Zwischenzeitlich war der Rückstand auch dadurch auf über 20 Punkte gestiegen, an einen Berliner Sieg glaubte zu diesem Zeitpunkt niemand mehr. Fast schon dankbar reagierten die Alba-Fans für jedes kleine Erfolgserlebnis ihres Teams. Mehr als Ergebniskosmetik sollten die Dreier von Tim Schneider oder der Dunking von Landry Nnoko in der ersten Halbzeit aber nicht sein.

Man muss es den Gastgebern aber hoch anrechnen, dass sie sich nicht willenlos ihrem Schicksal ergaben. Selbst aus einem 40:65-Rückstand im dritten Viertel ließen sie sich nicht entmutigen, verkürzten auf 57:71. Am Sieg der Griechen änderte das freilich nichts mehr. Auch nicht an der Erkenntnis, dass es mit dieser dünnen Personaldecke in den nächsten Wochen sehr schwer wird.