Vor einer schwierigen Saison: FCM-Coach Hoßmang.
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Berlin/MagdeburgDie Vorbereitung ist „bis auf Weiteres“ gestoppt, die Euphorie um den Saisonstart deutlich gedämpft: Beim 1. FC Magdeburg machte sich nach dem Coronafall am Montagabend große Ernüchterung breit. Das örtliche Gesundheitsamt hat Mannschaft und Mitarbeiter in häusliche Quarantäne geschickt. Wann die endet, weiß keiner.

„In einer Vorbereitung zählt jeder Tag, da werden die Grundlagen fürs ganze Jahr gelegt. Deshalb ist das für uns ein Rückschlag“, sagte Klubsprecher Norman Seidler, der sich ebenfalls in Quarantäne befindet. Am 18. September startet die neue Saison in der Dritte Liga, eine Woche zuvor empfängt Magdeburg in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals Zweitligist Darmstadt 98.

Schon in der vergangenen Woche hatte der Klub für sein kickendes Personal Coronatests angeordnet. Vier Spieler erschienen aus terminlichen Gründen nicht. Am Montag, zum Start der Vorbereitung, wurden dem Quartett dann die Abstriche genommen, einer der vier Akteure war prompt positiv. Das Team hatte bis dahin vorsorglich in kleinen Gruppen trainiert, um das mögliche Risiko einer Ansteckung so gering wie möglich zu halten.

Dass Coronafälle bei der Liga-Konkurrenz weniger restriktiv behandelt werden, dürfte Magdeburg schon ärgern. Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck vermeldete am Montag auch einen Coronafall, der Betroffene musste in Quarantäne, die Mannschaft nicht. Das Testspiel am Dienstag beim FC Mecklenburg Schwerin wurde nicht abgesagt.

„Das können wir nicht beurteilen. Wenn das andere Gesundheitsämter so entscheiden, ist das so“, sagte Seidler. Der 1. FC Magdeburg werde auf jeden Fall die Entscheidung seines Gesundheitsamtes akzeptieren und sich an die Vorgaben halten, „denn die Gesundheit hat Vorrang“, so Seidler.

Am Mittwoch werden Mannschaft und Trainerteam in der Magdeburger Universitätsklinik erneut getestet, am Freitag folgt eine weitere Testreihe. Sollte dann jeder aus Team und Umfeld zwei negative Tests vorweisen können, müsste eigentlich auch das örtliche Gesundheitsamt grünes Licht für die Rückkehr in den Trainingsbetrieb geben.

Die Mannschaft kann jeden Tag der Vorbereitung gut gebrauchen, das Team um Cheftrainer Thomas Hoßmang steht vor einer schwierigen Saison. Nach der späten Rettung in der vergangenen Spielzeit ist die schnelle Rückkehr in die Zweite Liga nach dem Abstieg 2019 vorerst kein Thema mehr. „Wir brauchen so schnell wie möglich 46 Punkte“, bemerkte Geschäftsführer Mario Kallnik und nannte den Klassenerhalt als vorrangiges Ziel.

Mit bislang zehn Zugängen hat sich der Bördeklub ordentlich verstärkt, das Durchschnittsalter der Neuen liegt gerade bei 22,9 Jahren. „Wir können alle Spieler weiterentwickeln. Sie verfügen über eine gute Mentalität“, sagte Hoßmang der Magdeburger Volksstimme. Vorerst aber muss sich auch der Coach noch in Geduld üben.