Frankfurt/MainDonald Trump liebt Golf. Kein anderer Sport ist dem abgewählten US-Präsidenten so wichtig, keinen anderen Sport übt er so gerne auch selbst aus, sogar während der großen Coronakrise in seinem Land. Doch sein aufrührerisches Verhalten nimmt nun auch Einfluss auf sein größtes Hobby.

Nach dem Sturm wütender Trump-Unterstützer auf das Kapitol zog der US-Golfverband PGA of America die Reißleine. Die US PGA Championship, eines der vier Majors der Saison, wird 2022 nicht wie geplant auf dem Kurs im Trump National Golf Club in Bedminster/New Jersey stattfinden. Schließlich wird dem Noch-Präsidenten vorgeworfen, die skandalösen Vorgänge im Herzen der amerikanischen Demokratie vor wenigen Tagen in Washington angeheizt zu haben, die Demokraten streben seine Amtsenthebung an.

Die PGA of America befürchtet, dass ihre „Marke“ dadurch Schaden nehmen könnte. Zudem würden „zahlreiche Programme“ der PGA sowie „die Langlebigkeit unserer Mission“ gefährdet, sagte Verbandspräsident Jim Richerson. Deshalb sei der Entschluss gefasst worden, „das Recht zur Beendigung der Vereinbarung auszuüben“. Ein neuer Austragungsort wurde noch nicht genannt.

Sprecher Trumps reagiert „enttäuscht“

Der direkte Gegenangriff des zunehmend isolierten Amtsinhabers blieb nach der Sperrung seines Twitter-Kontos zwar aus, stattdessen reagierte ein Sprecher im Interview mit dem US-Sender ABC. „Unglaublich enttäuscht“ sei die Trump Organization, die weltweit 19 Golfkurse besitzt, da es eine „wunderbare Partnerschaft mit der PGA of America“ gegeben habe. „Dies ist ein Bruch eines verbindlichen Vertrages und sie haben kein Recht, die Vereinbarung zu kündigen“, hieß es.

Während seiner Präsidentschaft hatte der leidenschaftliche Golfer Trump zahlreiche Ausflüge nach Bedminster unternommen. Die Anlage westlich von New York hatte 2014 den Zuschlag erhalten, damals war Trumps Golfpartner Pete Bevacqua Chef der PGA.