Berlin - Schon in der vergangenen Saison ging bei Almir Numic die Angst um, einige legendäre Negativ-Bestmarken zu verlieren. „Natürlich würden wir die Rekorde gerne behalten“, sagte der Vorstand von Tasmania Berlin angesichts der Schalker Niederlagenserie mit einem Schmunzeln und meinte: Tasmania werde sicher erneut „in aller Munde sein, wenn eine Mannschaft wieder eine schlechte Saison spielt“.

Es ist nun so weit: Zuletzt war es Schalke, das mit 30 Spielen ohne Sieg den Berlinern (31) sehr nahe gekommen war – nun ist es die SpVgg Greuther Fürth. Die Franken stehen nach dem bitteren 1:2 in letzter Minute gegen Eintracht Frankfurt mit nur einem mickrigen Punkt so schlecht da wie noch kein Team in der langen Bundesliga-Historie nach dem elften Spieltag.

Bislang ist Tasmania der schlechteste Bundesligist der Geschichte

Dabei ist bislang Tasmania Berlin der Inbegriff des „schlechtesten Bundesligisten der Geschichte“. Der Klub aus Neukölln hatte in der Saison 1965/66 aber zu diesem Zeitpunkt immerhin schon einen Sieg und ein Remis auf dem Konto. Auch der 1. FC Saarbrücken holte 1963/64 im elften Spiel durch ein 1:1 bei Preußen Münster seinen zweiten Zähler – und Fürth?

Trainer Stefan Leitl war nach der Fortsetzung der Horror-Heimserie – in bisher 22 Bundesligaspielen im Ronhof gab es keinen Sieg – der Verzweiflung nahe. „Warum es uns so erwischt, ist nicht erklärbar und nicht verdient“, sagte er nach der unglücklichen Niederlage mit finsterer Miene. Trotz elf Ausfällen wegen Corona und Verletzungen zeigte die SpVgg eine leidenschaftliche Leistung – ohne Ertrag. Nach dem 0:1 durch Sebastian Rode (75.) glich Cedric Itten (90.+2) zwar verdient aus. Doch fast im Gegenzug schoss Rafael Borre die Eintracht zum Sieg (90.+4).

Durchhalteparolen bei Greuther Fürth

Was blieb, waren Durchhalteparolen. „Es ist natürlich schwierig, da brauchen wir nicht reden. Aber wir versuchen alles, dass wir die Jungs wieder hinbekommen“, betonte Leitl: „Die Mannschaft funktioniert.“ Auch Green versuchte sich in Optimismus. „99 Prozent haben uns abgeschrieben, das ist okay, aber es ist noch alles drin“, sagte der Offensivspieler und forderte: „Selbstmitleid bringt nichts. Es muss weitergehen.“ Wird es – und zwar mit Aufstiegstrainer Leitl, der in Fürth nicht zur Disposition steht.

Dabei ist die Lage dramatisch. Acht Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz schon. Bei Tasmania fehlte zu diesem Zeitpunkt nur ein Zähler. Am Ende einer Saison mit nur zwei Siegen und vier Remis sowie zahlreichen Negativ-Rekorden stiegen die Berliner weit abgeschlagen ab. Fürth droht dasselbe Schicksal.