Ha-Ho-He: Deutscher Meister: Hertha BSC

„Hertha BSC ist Deutscher Meister!“ Das ist eine wunderbare Schlagzeile, die in den zurückliegenden Tagen in vielen Zeitungen gedruckt wurde. Diese Überschrift konnte man leider nur äußerst selten in der nunmehr bald 126 Jahre langen Geschichte des Vereins lesen. Man muss sie im Archiv suchen. Den Junioren (U19) der Hertha um den verdienstvollen Trainer Michael Hartmann (44) sei Dank für den jüngsten Triumph!

Die Jungs – die meisten aus dem Jahrgang 1999 und auch 2000 – gewannen zum ersten Mal den Titel des Deutschen Meisters der A-Junioren in der Historie der Hertha! Im Endspiel wurde ausgerechnet der alte Bundesligarivale der Profis aus Gelsenkirchen mit 3:1 bezwungen. Das Finale, von allen Experten als „hochklassig“ tituliert, fand in Oberhausen statt und geriet so zum Auswärtsspiel für die jungen Herthaner. Denn Gelsenkirchen und Oberhausen liegen nur 20 Kilometer voneinander entfernt.

Im Garten des Hauses Dardai

Auf der Tribüne im Stadion Niederrhein, in dem einst der Bundesligist Rot-Weiß Oberhausen spielte, fieberten auch Profi-Trainer Pal Dardai und seine Frau Monika mit. Die ehemalige erfolgreiche Handballerin trug ein Hertha-Trikot und bangte mit allen Jungs, aber besonders mit ihrem ältesten Sohn Pal, genannt Palko. 

Im Garten des Hauses Dardai hatte Palko mit dem Fußballspielen begonnen, was auch ich ab und an beobachten konnte. Nun ist er schon Deutscher Meister und ein junger Bundesligaspieler. Welche Entwicklung! Toll!

Jetzt bin ich gespannt, wie viele Jungs aus der Meistermannschaft in den nächsten ein, zwei Jahren den Sprung in den Profifußball schaffen.
Bislang gelang über 60 Spielern, die in Herthas Jugend-Akademie ausgebildet wurden, der schwierige Weg in den Profifußball. Einigen bei Hertha selbst, andere kamen zu Profieinsätzen bei anderen Klubs und einige schafften den Sprung nach oben erst im Ausland.

Die ersten Talente, die in Herthas Profiteam gelangten, waren Benjamin Köhler (Hertha, Eintracht Frankfurt, 1. FC Union Berlin) und Thorben Marx (Hertha, später Borussia Mönchengladbach).

Noch einmal zurück zur deutschen Meisterschaft. Herthas Männer konnten 1930 und 1931 den Titel erringen – immer unter Führung von Kapitän und Klublegende Hanne Sobek. Augenzeugen der beiden Triumphe gibt es nun leider nicht mehr.

Die deutsche Meisterschaft der Maskottchen

Gab es denn weitere Meistertitel für Hertha? Nein. Nur einmal konnte immerhin über Platz zwei in der Bundesliga gejubelt werden: 1974/75 hinter Borussia Mönchengladbach.

Aber bei der seit 1977 ausgetragenen Deutschen Meisterschaft der B-Junioren (U17) holte der Hertha-Nachwuchs sogar viermal den Titel – 2000, 2003, 2005 und 2012. Vor sechs Jahren führte Andreas Thom als Trainer die Jungs zur Meisterschaft. Sein Assistent damals: Pal Dardai.

Aber ich habe doch noch einen Meister im Hertha-Trikot gefunden: 2003 und 2004 gewann der Braunbär „Herthinho“ die deutsche Meisterschaft der Maskottchen. Auch das ist schon wieder sehr lange her…

Vielleicht kann der hochtalentierte 1999er Jahrgang, die frisch gekürten Meister, irgendwann für eine Überraschung bei den Großen sorgen. Berlin sehnt sich nach Titeln!

Darauf ein jugendliches Ha-Ho-He!