Was ist das für ein beruhigendes Gefühl: Hertha BSC geht auf Platz 5, aber punktgleich mit Leipzig, Bremen und Mönchengladbach in die Länderspielpause! Wer hätte das gedacht! Ganz ehrlich: Ich nicht.

Die Amateure (U23) der Hertha  stehen in der Regionalliga auf Rang 3. Eine ganz starke Leistung angesichts des stets neu zu meisternden personellen Umbruchs unter Trainer Ante Covic. Die U17 unter Zecke Neuendorf, die ich am Wochenende mit 4:0 gegen Union siegen sah, führen die B-Junioren-Bundesliga an…

Hertha ist positiv im Gespräch. Das war ja nicht immer so. Mich hat das einmal animiert, nachzuforschen, wo noch ehemalige Hertha-Spieler und Trainer am zurückliegenden Wochenende ihre Spuren hinterlassen haben.  Profis, die eine gute Zeit in Berlin hatten oder es aber bei Hertha nicht nach ganz oben geschafft haben.

Zuerst die ehemaligen Herthaner, die als Trainer unterwegs sind. Natürlich steht Niko Kovac im Zentrum der Öffentlichkeit. Der gebürtige Berliner, der in der Zweiten Liga Anfang der 90er Jahre und später in Liga eins (2003-2006) für Hertha im Mittelfeld ackerte,  muss die erste Krise als Bayern-Coach aushalten. Ich bin kein FC-Bayern-Anhänger, freue mich, wenn  die Dominanz der Münchner etwas gebrochen wird, aber ich hoffe, dass Kovac die Krise meistern kann. Er ist trotz Glanz und Glamour im Profigeschäft ein bodenständiger, freundlicher Mensch geblieben und ein  nahbarer Trainer – auch für Journalisten.

Röber und Storck mit Problemen

Auch im Fokus der ehemalige Hertha-Coach Lucien Favre, mit dem Berlin 2008/09 so nah an der Meisterschale war wie seit 1931 nicht mehr. Der eigenwillige Schweizer scheint nun richtig angekommen zu sein bei Borussia Dortmund und genießt die Heimspiele vor 80.000 Fans. Das hat er sich immer gewünscht. Und er ist Tabellenführer!

Mieser geht es im Moment dem Gespann Bernd Storck (Trainer) und Jürgen Röber (Sportdirektor) beim belgischen Erstligisten Royal Mouscron. Das einst bei Hertha erfolgreiche Duo liegt auf dem letzten Tabellenplatz. Ein Sieg, ein Remis und zwei Niederlagen gab es unter Storck bislang, den Röber vor wenigen Wochen in der Not nach Belgien holte.

Im Mittelfeld der Zweiten Liga in England steht Sheffield Wednesday mit dem einstigen Hertha –Coach Los Luhukay. Friedhelm Funkel, mit dem Hertha 2010 abstieg, versucht mit Fortuna Düsseldorf die Klasse zu halten.

Einige Etagen tiefer hat es ein ehemaliger Hertha-Spieler als neuer Trainer schwer. Andreas Zimmermann coacht die VSG Altglienicke in der Regionalliga mit wechselndem Erfolg.

Im Ausland erfolgreich ist weiter als Profi Kevin-Prince Boateng, der nun in Italien zu den Stützen des Serie-A-Teams Sassuolo Calcio (Platz 8) zählt und sich offenbar sehr wohl fühlt. Seine Familie wohnt im 190 Kilometer entferntem Mailand.

In der Ersten Bundesliga waren folgende ehemalige Herthaner am Ball: Nico Schulz (Hoffenheim), der erneut zum Aufgebot der Nationalmannschaft zählt, Mitchell Weiser (Leverkusen), Alfredo Morales (Düsseldorf), Sebastian Langkamp (Bremen), John Anthony Brooks (Wolfsburg).

In der Zweiten Bundesliga versuchten sich Fabian Holland (Darmstadt), Patrick Ebert (Dresden) und Robert Andrich (Heidenheim).

Schorch Kapitän in Uerdingen

In Liga Drei waren am Ball: Christopher Schorch, als Kapitän bei Bayer Uerdingen (er brachte Hertha einst eine Million Euro Ablöse von Real Madrid ein!),  Nils Körber als starker Keeper bei Tabellenführer VfL Osnabrück und  der unermüdliche Sascha Bigalke bei Unterhaching.

In der Regionalliga überzeugten Shawn Kauter und Torjäger Abu-Bakarr Kargbo beim Berliner AK.

In der Landesliga zählt Mittelfeldmann Lennart Hartmann, noch immer der jüngste Hertha-Erstligaspieler aller Zeiten,  meist zu den besten Kickern beim Tabellenführer Berlin United, der unbedingt aufsteigen will und in Zukunft Großes vorhat.

Also, mein Fazit: Es steckt überall viel Hertha im Fußball – nicht nur in der Ersten Bundesliga.

Hahohe