Kalou! Kalou! Ich ziehe meinen Hut vor diesem Spieler! Wie muss sich ein Fußball-Profi konzentrieren können, wenn er in der Nachspielzeit einer hochbrisanten Partie zum Elfmeterpunkt schreitet und 81.000 Fans pfeifen ihn dabei aus? Der 33-Jährige Ivorer kann es. Eiskalt verwandelte er den Foulstrafstoß am zurückliegenden Sonnabend zum 2:2-Endstand der Hertha bei Borussia Dortmund. Großartig. Trainer Pal Dardai sah nicht hin, schaute nur ins Gesicht seines Assistenten Rainer Widmayer, bis der zu Jubeln begann.

Doch eigentlich, so sagt es die Statistik, brauchte Dardai keine Angst oder keine Zweifel zu haben. Salomon Kalou, der sich in starker Form befindet, ist auf dem besten Wege neue vereinsinterne Bestmarken zu setzen. Seine zwei Treffer in Dortmund waren die Bundesliga-Tore Nummer 40 und 41 für den Angreifer. Damit steht er in der ewigen Torjägerliste der Hertha zwar weiter auf Rang 6, hat aber nun den Serben Marko Pantelic in Sichtweite. Der schaffte einst in 114 Spielen 45 Tore.

Aber auch in der Elfmeter-Statistik schiebt sich Kalou mit seiner Treffsicherheit weiter nach vorn. Bislang trat er in der Bundesliga achtmal an den Elfmeterpunkt, traf siebenmal und verschoss einmal gegen Alexander Schwolow vom SC Freiburg. Das passierte bei einem 1:1 in Freiburg in der Saison 2017/18. In diesem Duell verschoss Kalou in der 77. Minute, bekam aber in der 81. Minute erneut einen Elfmeter zugesprochen. Eiskalt trat er erneut an und traf! So etwas sieht man selten in der Liga.

Held der letzten Minuten

Überhaupt ist er auch ein Held der letzten Minuten vom Punkt. In Dortmund war es offiziell Minute 90+1, als er Roman Bürki im Tor der Borussia überwand. Bei einem 2:3 in Mönchengladbach 2014/15 verwandelte er den Strafstoß in Minute 90+2, bei einem 3:2-Erfolg in Wolfsburg 2016/17 narrte er in der 90. Minute Keeper Diego Benaglio. Mann, hat dieser Kerl Nerven!

Nur wenige Hertha-Profis waren zuvor ebenso cool vom Elfmeterpunkt wie Kalou. Der Brasilianer Marcelinho trat 18 Mal an und verwandelte 15 Strafstöße! Stürmer Lorenz Horr, ein Star der 70er Jahre, traf bei 15 Versuchen immerhin 12 Mal.

Die Elfmeterkönige in der Geschichte der Bundesliga aber weisen noch ganz andere, nahezu gigantische Quoten auf. Manni Kaltz, der Mann mit der Bananenflanke vom Hamburger SV, trat 60 Mal an der Elfmeterpunkt und schaffte 53 Tore. Er bestritt aber auch stattliche 581 Bundesligaspiele.

Röber stark beim Elfmeter

Auch Gerd Müller vom FC Bayern trat 63 Mal an der Punkt und traf 51 Mal. Übrigens, der ehemalige Hertha-Trainer Jürgen Röber zeigte sich als Profi auch als starker Elfmeterschütze. Er verwandelte 17 seiner 21 Strafstöße in der Bundesliga! Er war bekannt für seinen strammen Schuss.

Am Dienstagabend, beim DFB-Pokalspiel der Hertha in Darmstadt, gab es keinen Strafstoß. Hertha siegte mit 2:0 und lässt den Traum vom Erreichen des Endspiels im eigenen Stadion weiter leben. Ich bin mir aber sicher, hätte es einen Elfmeter für Hertha gegeben, Salomon Kalou wäre wieder ein sicherer Schütze gewesen.

Hahohe!