Im Moment befindet sich der Aufsteiger 1. FC Union mit Borussia Dortmund auf Augenhöhe. Und das nicht nur, weil in Urs Fischer und Lucien Favre zwei Schweizer als Trainer das Sagen haben. Übrigens, beide Fußball-Lehrer haben einst beim FC Zürich zusammengearbeitet – Favre als Coach und Fischer als Teammanager, der Favre während einer sportlichen Krise unterstützen sollte und dies auch tat. Unions Kader hat einen Umfang von 35 Spielern, in Dortmund tummeln sich gar 37 Profis. Noch muss man sagen. Beide Vereine werden ihre Aufgebote sicher noch drastisch verringern müssen.

Union hat bislang 12 neue Profis verpflichtet und liegt damit bislang in der Liga auf Rang eins – vor Dortmund (9 Neue). Hertha BSC agierte bislang zurückhaltend auf dem Transfermarkt und hat in Dedryck Boyata (ablösefrei von Celtic Glasgow) und Eduard Löwen (für sieben Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg) erst zwei Zugänge zu verzeichnen.

Doch keine Angst, Hertha-Fans! Manager Michael Preetz ist dafür bekannt, das er oft relativ spät auf dem Markt zuschlägt – dann aber gewaltig. Als Neu-Manager nach der Ära Dieter Hoeneß verpflichtete Preetz in der Saison 2009/10 am letzten Tag der Transferperiode gleich drei Kicker: Adrian Ramos aus Kolumbien (2 Millionen Euro), Florian Kringe (200.000 Euro Leihgebühr von Borussia Dortmund ) und den Brasilianer Cesar (ablösefrei vom FC Zürich). Am Ende stand dennoch der Abstieg.

Als Aufsteiger 2011/12 holte Hertha damals 11 neue Spieler, aber nur für insgesamt 1,4 Millionen Euro. Und als Aufsteiger 2013/14 gab es sieben Zugänge für 1,3 Millionen Euro. Und als Hertha 1997 nach langer Zweitklassigkeit endlich wieder in die Erste Liga kam, kaufte der damalige Manager Dieter Hoeneß zehn neue Spieler für insgesamt 6,35 Millionen Euro ein. Aber die Zeiten und die Finanzen haben sich ja gewaltig geändert.

Union hat bislang für die 12 Neuen wohl etwa sieben Millionen ausgegeben. Zurück zu Preetz. Dem verlieh das Sportmagazin „Kicker“ 2015/16 den Titel „Transfermeister“, weil seine vier Zugänge (Darida, Weiser, Ibisevic und Stark) allesamt sofort sportlich einschlugen und sich als echte Verstärkungen entpuppten.

Noch einmal – 2012/13 – schlug der Hertha-Manager heftig zu und Hertha verkündete im Minutentakt die Verpflichtungen von Sandro Wagner, Sami Allagui und Ben Sahar. Das alles passierte innerhalb einer Stunde.

Noch hält sich Hertha zurück und wird auch die neuen finanziellen Möglichkeiten nach dem Einstieg des Investors Lars Windhorst und dem Verkauf von Valentino Lazaro zu Inter Mailand (22 Millionen Euro Ablöse) sinnvoll nutzen. Dieser Deal mit Lazaro ist bislang intern Spitze. Bislang galten die Verkäufe von Brooks (18 Millionen), Weiser (12), Ramos (9,7), Raffael und Deisler (je 9 Millionen Euro) als Spitzenwerte bei Hertha.

Nun darf niemand annehmen, dass die 125 Millionen Euro, die von Windhorst bislang an Hertha flossen, für neue Spieler verwendet werden. Hertha tilgt damit vor allem Verbindlichkeiten, steckt Geld in die Digitalisierung und hat dennoch mehr Geld für Transfers zur Verfügung als jemals zuvor. Man darf gespannt sein, ob Michael Preetz Unions Oliver Ruhnert als „Transfermeister“ noch ablöst – garantiert nicht in der Quantität, aber in der Qualität der Verpflichtungen.

Hahohe!