Ihm gelangen am Sonntag sechs Tore: Dimitri Kholod von Spandau 04.
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BerlinAm Sonntag, als das dritte Playoff-Finale um die deutsche Wasserball-Meisterschaft zwischen den Wasserfreunden Spandau 04 und Waspo Hannover mit einem 12:9 (3:0, 2:3, 4:2, 3:4)-Sieg für die Berliner geendet hatte, fuhr Spandaus Präsident Hagen Stamm beruhigt nach Hause. In Britz angekommen, räumte er den Geschirrspüler aus. „Spandau lebt wieder“, rief er munter ins Telefon, begleitet vom Klappern des Geschirrs und Bestecks.

Am Sonnabend war die Maschine offenbar schon ausgeräumt, als er nach Hause kam. Nach Spandaus 6:9-Niederlage hätte Stamm sonst größte Lust dazu gehabt, Porzellan zu zertrümmern. Sehr schlecht gelaunt hatte er da seine Frau und seine Hunde geschnappt und war hinausgegangen an die frische Luft. Denn nach dem 8:10 zum Auftakt der Best-of-five-Serie in Hannover lag sein Team zu diesem Zeitpunkt schon mit 0:2 zurück.

Jetzt steht es 1:2 in der Serie, und Stamm sagt, schon während des dritten Spiels sei es ihm beim Zuschauen viel besser gegangen als während der ersten beiden Spiele, „weil man von Anfang an gemerkt hat, dass es eine andere Körpersprache war“.

Spandau ging am Sonntag schnell durch Kapitän Marko Stamm in Führung, baute diese auf 3:0 aus, Hannover kam wieder heran. Aber im Unterschied zu den beiden vorangegangenen Partien nutzten die Spandauer dieses Mal ihre Chancen konsequent aus. „Heute waren Dimitri Kholod und ein sensationeller Torwart Laszlo Baksa spielentscheidend“, sagte Hagen Stamm. Dem Russen Kholod gelangen sechs Treffer.

In Spiel eins und zwei der Finalserie seien seiner Mannschaft aus 21 Überzahlsituationen lediglich zwei Tore gelungen – eine katastrophale Quote. „Wenn du da so danebenliegst, kannst du solche Spiele nicht gewinnen“, sagte Stamm, der nicht nur Spandaus Präsident, sondern auch Wasserball-Bundestrainer ist. Nachdem sein Sohn Marko im ersten Spiel noch krank gefehlt hatte, wurde der Spandauer Kapitän in der sehr emotional geführten zweiten Partie bereits im ersten Viertel ebenso vom Spiel ausgeschlossen wie der frühere Berliner Tobias Preuss auf Hannoveraner Seite. „Spandau lebt wieder“, wiederholte Stamm am Sonntag. Er weiß, dass ein 3:0 in der Serie für Hannover „eine Sensation“ gewesen wäre und für die Wasserfreunde „eine tierische Klatsche“.

Am Mittwoch findet nun im Volksbad Limmer unter freiem Himmel in Hannover das nächste Duell der großen Rivalen statt. „Für uns ist es jetzt ein psychologischer Vorteil“, glaubt Stamm, „weil am Sonntag viele Fans aus Hannover angereist sind, die in Berlin die Meisterschaft feiern wollten. Jetzt steht Hannover unter Druck. Sie wollen sicher kein zweites Mal nach Berlin kommen.“ Ein entscheidendes fünftes Spiel würde am 12. September in Berlin stattfinden.