Marcel Noebels (r.) und James Sheppard stehen für die Durchschlagskraft der Eisbären.
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BerlinAm Sonntag erreichten die Eisbären die Halbzeit der Hauptrunde. Und das 6:5 nach Verlängerung in Wolfsburg stand symbolisch für den Berliner Stil unter Trainer Serge Aubin.       Noch fehlt die Konstanz, auch taktisch weichen die Profis noch zu stark vom Matchplan ab.   Aber die Berliner spielen attraktives Eishockey, stehen als Mannschaft zusammen, wie die Aufholjagd nach 1:4-Rückstand am Sonntag zeigt, und stehen auf Platz vier, den sie als Ziel ausgegeben haben. Es wirkt so, als ob der Umbruch auf einem guten Weg ist.

Entscheidend für den Aufschwung ist die Chemie im Kader. Viele neu verpflichtete Spieler werden der Bezeichnung Verstärkung auch gerecht. Maxim Lapierre   nahm sofort die Anführerrolle an, die ihm zugedacht war. Dass Jungstar Lukas Reichel   mit 15 Punkten derart aufdreht, ist maßgeblich   Lapierres Verdienst.   Ryan McKiernan hadert noch mit seiner Torausbeute (3), kann mit 16 Punkten allerdings die zweitmeisten Vorlagen aller Verteidiger vorweisen. Zusammen mit Teamkollege Florian Kettemer belegt er in der ligaweiten Plus-Minus-Statistik Platz drei. Leo Pföderl ist nach Anpassungsproblemen der erhoffte Torjäger mit inzwischen neun Toren.

Eisbären haben Durchschlagskraft erhöht

Entscheidend für den Aufschwung ist aber natürlich auch Trainer Aubin, der schon bei der Vorstellungsrunde im Sommer den Plan ausgegeben hatte, dass der Stil des EHC-Spiels an das Powerhockey früherer Jahre anknüpfen soll. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Durchschlagskraft wesentlich erhöht. Stellvertretend dafür steht Marcel Noebels, der seit Jahren zu den Führungskräften zählt, aber in diesem neuen System regelrecht aufblüht. Zwölf Tore hat er nach 26 Spielen erzielt, so viele Treffer gelangen ihm bislang noch in keiner kompletten Hauptrunde. Dass selbst Rückstände von bis zu drei Toren schon mehrfach aufgeholt wurden, spricht für die Arbeitseinstellung des aktuellen Ensembles.

Zugleich offenbart sich hier eine der größten Schwächen, die es in den nächsten Wochen zu beheben gilt. Noch zu häufig wirken die Eisbären unkonzentriert, wenn ein Spiel beginnt.   Und nicht immer lässt sich ein Fehlstart mal eben handstreichartig beheben, wie es auch schon beim letzten 3:1-Heimsieg gegen Düsseldorf gelang. Zudem sind die Abwehrkräfte der Mannschaft nicht so ausgeprägt, wie sie ein Spitzenteam braucht (77 Gegentore), um später auch in den Play-offs lange zu bestehen. Zuletzt gab es vermehrt Kritik an den Torwartleistungen, aber das ist nur die eine Seite.             Den Keepern den Rücken freizuhalten, die andere.