Hamburger SV: Wer holt Lasogga von der Tribüne?

Hamburg - Im Pokal am Mittwoch gegen Gladbach fehlt Pierre-Michel Lasogga wieder mal im HSV-Kader. In den letzten Monaten bei Hertha hatte er immerhin die Bank gedrückt. Dann der Wechsel für 8,5 Millionen Euro. „Eine der schwersten Entscheidungen meines Lebens“, sagte er 2014, „jeder weiß, wie sehr ich Hertha liebe.“ Jetzt ist er zwar reich, aber nicht mal mehr Reservist. Der 25-Jährige ist vorm Spiel am Sonntag gegen Hertha eine Last für den klammen Klub. Der Retter ist abgestürzt.

Der Absturz im Zeitraffer: Im Sommer 2014 stritten sich Hertha-Manager Michael Preetz und der damalige HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer um Lasogga. Der Angreifer hatte dem Bundesliga-Dino als Berliner Leihgabe das Überleben gerettet: 13 Treffer in 20 Spielen, dazu das entscheidende Tor in der Relegation gegen Fürth.

Einst Kandidat für Löw

Lasogga galt als Kandidat für Jogi Löws Nationalteam. Nun ist er nicht mal ein Kandidat für den Kader bei einem der angriffsschwächsten Bundesligateams. Weil alle weg sind, die ihn mit viel Geld aus Berlin fortlockten. Boss Beiersdorfer, Sportchef Oliver Kreuzer, Trainer Mirko Slomka – alle gefeuert.

17 Millionen Euro soll Lasogga beim HSV bis 2019 kassieren, ist damit einer der Topverdiener. Aber das Geld macht ihn nicht glücklich. 2017 spielte er noch keine einzige Minute. Unter Trainer Markus Gisdol ist er im Angriff die Nummer sieben hinter Michael Gregoritsch, dem Ex-Unioner Bobby Wood, Nicolai Müller, Luca Waldschmidt, Filip Kostic und Aaron Hunt. Jetzt locken Vereine aus China und Russland.

Doch diesmal rät sein Umfeld ihm ab. Er soll dem Geld nicht noch mal verfallen. Dafür hat sich ein alter Bekannter als Helfer angeboten. „Ich würde ihn mit der Schubkarre von Hamburg nach Karlsruhe holen“, sagte Oliver Kreuzer. Er ist inzwischen Sportchef beim Karlsruher SC in der Zweiten Liga. Die kennt Lasogga noch als Bankdrücker.