Andreas Wolff stoppt Katar: Der Keeper ist beim WM-Auftaktsieg bester Deutscher

Das DHB-Team braucht eine starke Leistung ihres Torhüters, um sich gegen den Außenseiter mit einem 31:27-Erfolg einen guten Einstieg ins Turnier zu sichern.

Andreas Wolff ballt nach einer Parade die linke Hand zur Faust.
Andreas Wolff ballt nach einer Parade die linke Hand zur Faust.imago/Panoramic

Ein bärenstarker Andreas Wolff hat Deutschlands Handballer zum wichtigen WM-Auftaktsieg geführt. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason landete vor rund 2500 Zuschauern in Kattowitz gegen Katar auch dank ihres Torhüters einen 31:27 (18:13)-Erfolg und nahm direkt den Einzug in die Hauptrunde ins Visier. Das DHB-Team ist seit nun 49 Jahren ohne Auftaktniederlage bei einer Weltmeisterschaft – zittert nun aber um Wolff: In der letzten Minute humpelte er aus der Halle, Joel Birlehm musste ihn ersetzen. Erfolgreichster Schütze aufseiten der Deutschen war Juri Knorr mit acht Treffern.

Am Sonntag (18 Uhr, ARD) können die DHB-Männer das Weiterkommen im Schlüsselspiel gegen Serbien bereits perfekt machen. Dritter Gegner in Vorrundengruppe E ist am Dienstag (18 Uhr, ZDF) Algerien. Die ersten drei Teams der Gruppe qualifizieren sich für die Hauptrunde.

„Wir haben sehr lange auf dieses Spiel gewartet. Die Mannschaft und auch ich – wir freuen uns riesig“, sagte Gislason unmittelbar vor der Partie und gab am ZDF-Mikrofon die Marschroute aus: „Wir brauchen eine aggressive Abwehr und müssen viel Druck über die zweite Welle und den Tempogegenstoß machen.“

Gesagt, getan. Die deutsche Mannschaft setzte die Vorgaben ihres Trainers zunächst perfekt um, das Tempospiel klappte wie am Schnürchen. Hinten zwang die beweglich-aggressive 6:0-Deckung den Gegner zu etlichen Fehlern oder Wolff bekam ein Körperteil an den Ball – vorne versenkten Knorr und Co. einen Wurf nach dem anderen.

Rekordmann Groetzki trifft beim Gegenstoß

Vor allem Rekordmann Patrick Groetzki profitierte von der konzentrierten deutschen Anfangsphase. Parade Wolff, langer Pass, Tor im Gegenstoß – beim 11:5 nach zwölf Minuten traf der routinierte Rechtsaußen, der mit seiner siebten Endrundenteilnahme am Freitagabend zu Silvio Heinevetter aufschloss, bereits zum vierten Mal.

Doch Katar, das Deutschland noch 2015 und 2017 aus dem WM-Turnier geworfen hatte, stabilisierte sich und kam begünstigt durch einige Unkonzentriertheiten im deutschen Angriff und einen 4:0-Lauf bis auf 12:14 (23.) heran. Erneut war es jetzt Wolff, der dem deutschen Spiel mit seinen Aktionen Stabilität verlieh, sechs Minuten kein Gegentor kassierte und sein Team so durch die kritische Phase manövrierte.

Vorschnelle Einschätzung

Als Linksaußen Lukas Mertens mit dem Pausenpfiff das 18:13 markierte, sprangen die lautstarken deutschen Fans begeistert auf. „Ich bin überglücklich, dass wir so viele Tore geworfen haben“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer zur Pause. Mit fünf Treffern gegen Katar zu führen, „war weit weg von unseren Erwartungen. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft. Es ist ein super Start.“

Doch im zweiten Abschnitt schluderte das deutsche Team – Katar verkürzte binnen neun Minuten bis auf 20:22. Gislason reagierte, nahm eine Auszeit und fand ganz offensichtlich die richtigen Worte. Deutschland fand – dank Wolff und Knorr – zurück ins nun deutlich hitzigere Spiel.