Die Torhüterin Dinah Eckerle der deutschen Handballfrauen schlägt sich sehr gut bei der Weltmeisterschaft in Japan.
Foto: dpa/ Philipp von Ditfurth

Wenn die deutschen Handballfrauen (Freitag, 11 Uhr MEZ) bei der Weltmeisterschaft in Japan gegen Südkorea spielen, wird es Phasen geben, in denen Dinah Eckerle minutenlang keinen Ball abwehren kann. Torhüterinnen kennen das – und die Nationalkeeperin hat für sich eine Methode entwickelt, mit diesem immer wieder vorkommenden temporären Misserfolg umzugehen. 

Ich hole mir Erinnerungen zurück, an starke Szenen, an tolle Paraden von mir. Da sind dann schöne Bilder in meinem Kopf, die mich puschen.

Torhüterin Dinah Eckerle

In den ersten vier Spielen der WM sind viele neue Bilder hinzugekommen, denn die 24-Jährige gehört zu den Leistungsträgerinnen der deutschen Mannschaft, die schon vor der Partie heute die Qualifikation für die Hauptrunde geschafft hat.

Beim Auftakterfolg über Brasilien wurde die Torfrau zur besten Spielerin gewählt, beim Sieg über Dänemark brillierte sie mit vielen Paraden in den entscheidenden Momenten. Eckerle ist der Rückhalt der bislang so erfrischend auftretenden Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

Chance auf Olympische Spiele

Mindestens Siebter müssen die Deutschen am Ende werden, um sich die Chance auf die Olympischen Spiele im nächsten Sommer zu erhalten. „Klar, das ist im Hinterkopf, aber wir schauen immer nur von Spiel zu Spiel“, sagt Eckerle.

Vor zwei Jahren war sie bereits bei der Heim-WM ein Teil des Teams, hatte als dritte Torhüterin aber nur eine Nebenrolle, seit der EM vor einem Jahr ist sie die Nummer eins im deutschen Tor. „Dinah zeichnet ihr Ehrgeiz und ihre Schnelligkeit aus“, lobt Bundestrainer Henk Groener. Mit 170 Zentimetern Körpergröße ist Eckerle nicht die Längste, avanciert aber immer mehr zu einer Größe auf internationalem Gebiet.

Viele nationale Titel

Wie groß ihr Ehrgeiz ist, belegt der frühe Wechsel aus ihrer schwäbischen Heimat hin zum Thüringer HC. Eckerle war gerade 13 Jahre jung, als sie das Elternhaus verließ und das Sportinternat in Erfurt bezog. Das große Talent war gerade 16 geworden, als sie für den THC als jüngste Spielerin der Geschichte in der Bundesliga debütierte.

In Thüringen gewann sie eine Meisterschaft nach der anderen, insgesamt siebenmal holte sie den Titel mit dem THC, ehe sie im Sommer 2018 zurück in die schwäbische Heimat nach Bietigheim wechselte. Dass sie dort ebenfalls die Meisterschaft gewann, war beinahe logisch. Große internationale Titel hat Dinah Eckerle noch nicht gewonnen, aber das kann ja noch werden – mithilfe von Bildern in ihrem Kopf.