BerlinDen deutschen Handball-Frauen stand die Freude über den Coup zum Start in die EM-Hauptrunde ins Gesicht geschrieben. Mit dem überzeugenden 32:25 (13:11) gegen Ungarn wahrte die DHB-Auswahl ihre Medaillenchance und geht voller Selbstvertrauen in das Duell mit Weltmeister Niederlande am Montag. „Wir haben endlich wieder Handball gespielt, wie wir es können. Das hat richtig Spaß gemacht“, lobte Bundestrainer Henk Groener.

Beste Werferin: Emily Bölk

Mit 4:2 Punkten bleibt sein Team in der Gruppe II im Rennen um die zwei Tickets für das Halbfinale. Beste deutsche Werferinnen am Samstag in Kolding waren Rückraum-Ass Emily Bölk mit fünf Toren sowie Antje Lauenroth und Xenia Smits (beide 4). „Ich bin sehr glücklich, dass wir heute zeigen konnten, was uns stark macht“, sagte Kapitänin Kim Naidzinavicius.

Fünf Tage nach der Zitterpartie im Vorrundenfinale gegen Polen (21:21) zeigte die DHB-Auswahl keine Anlaufschwierigkeiten und ihre insgesamt beste Turnierleistung. „Es war günstig, dass wir im Training ein paar Tage unsere eigenen Stärken aufbauen konnten. Das war der Schlüssel“, analysierte Groener.

In der Abwehr mit einer erneut überzeugenden Torfrau Dinah Eckerle im Rücken wurde resolut zugepackt, im Angriff lief zunächst viel über die Außen. Lohn war eine Vier-Tore-Führung beim 8:4 nach 16 Minuten. Ungarns Trainer reagierte auf den Fehlstart seines Teams mit einer Auszeit. Die deutsche Mannschaft ließ sich dadurch aber nicht aus dem Rhythmus bringen. Immer wieder stand Groener mit einem Lächeln an der Seitenlinie und applaudierte seinen Schützlingen, die sich stark formverbessert präsentierten.

Doch dann gab es wie so oft eine Phase des Leerlaufs im Angriff. Sieben Minuten lang gelang kein Tor, was die Ungarinnen zurück ins Spiel brachte. Mit einem 4:0-Lauf verkürzte der Rivale vom 6:11 auf 10:11 (27.). Den Ausgleich ließen die DHB-Frauen jedoch nicht zu und nahmen ein Zwei-Tore-Polster mit in die Halbzeitpause.

Eckerle ist die Sieggarantin

Nach dem Wechsel erwischte das Groener-Team erneut den besseren Start und zog schnell auf 17:11 (35.) davon. Vor allem Eckerle war in dieser Phase mit zahlreichen Paraden die Erfolgsgarantin. „Sie hat super gehalten“, sagte Groener. In der Offensive ließ die deutsche Mannschaft danach jedoch wieder zu viele Chancen aus - und auch die Deckung stand nicht mehr ganz so sicher. Mitte der zweiten Halbzeit war Ungarn beim 21:20 wieder dran.

Die DHB-Frauen rafften sich aber erneut auf. Sieben Minuten vor dem Ende lag der WM-Achte beim 26:21 wieder auf Siegkurs, von dem er sich nicht mehr abbringen ließ. Vielmehr wurde der Vorsprung in der Schlussphase sogar noch ausgebaut und damit etwas für das nach der historischen 23:42-Vorrundenpleite gegen Norwegen schlechte Torverhältnis getan.