EM-Showdown gegen Spanien: Lehrer Markus Gaugisch hat keine Lust auf Mathe

Verlieren verboten! Deutschlands Handball-Frauen stehen im Vorrunden-Finale gegen den WM-Vierten Spanien vor einem echten Endspiel.

Bundestrainer Markus Gaugisch möchte mit den deutschen Handballerinnen am Mittwoch das zweite Vorrunden-Aus einer Nationalmannschaft bei einer WM verhindern.
Bundestrainer Markus Gaugisch möchte mit den deutschen Handballerinnen am Mittwoch das zweite Vorrunden-Aus einer Nationalmannschaft bei einer WM verhindern.Imago/Lobeca

Markus Gaugisch hat keine Lust auf komplizierte Rechenspiele. Seine Mathematik-Kenntnisse will der für den Bundestrainer-Job freigestellte Gymnasiallehrer vor dem EM-Showdown der deutschen Handball-Frauen gegen den WM-Vierten Spanien lieber in der Schublade lassen.

„Wir wollen das Spiel gewinnen“, sagte Gaugisch mit Blick auf das knifflige Gruppen-Finale am Mittwoch (20.30 Uhr/Sportdeutschland.TV). Man beschäftige sich mit dem Gegner und der eigenen Leistung. Aber „drüber nachzudenken, wie ist die Konstellation und was dürften wir uns eventuell erlauben, da bin ich kein Fan von. Wir gehen auf Vollgas und auf Sieg. Das ist die Herangehensweise, die wir brauchen.“

Fakt ist: Im letzten Vorrundenspiel benötigt Deutschland mindestens einen Punkt, um aus eigener Kraft in die nächste Turnierphase einzuziehen. Andernfalls droht das zweite deutsche Vorrunden-Aus in der EM-Geschichte nach 2010. Und so wartet auf die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) schon früh im Turnier eine Reifeprüfung, die schnell zu einem Nervenspiel werden könnte.

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„Durch die Gruppenkonstellation ist es auf  jeden Fall ein Endspiel“ sagte Kreisläuferin Meike Schmelzer am Dienstag in Podgorica. Einen größeren Druck verspüre das Team aber nicht. „Wir sind in die EM gegangen, um in die Hauptrunde zu kommen. Von daher gehen wir voll auf Sieg morgen“, so Schmelzer.

Gaugisch, für den es das erste Turnier als DHB-Coach ist, vertraut seinen Spielerinnen. Er habe in den bisherigen Spielen eine Mannschaft erlebt, „die in Drucksituationen schon viele gute Momente hatte. An denen orientieren wir uns, und dann bin ich auch guter Dinge, dass wir das am morgigen Abend auch hinkriegen.“

Richtig kompliziert könnte es werden, wenn das deutsche Team gegen Spanien verliert und Polen (aktuell 2:2 Punkte) parallel Montenegro (4:0) unterliegt – was als nicht unwahrscheinlich gilt. Dann käme es für die Auswahl des DHB zu einem Dreiervergleich mit Polen und Spanien, in dem das Torverhältnis den Ausschlag gibt. Doch so weit wollen es Kapitänin Emily Bölk und ihre Mitspielerinnen nicht kommen lassen. „Wir schaffen das. Ich bin guter Dinge“, sagte die Rückraumspielerin. Zusätzlichen Antrieb zieht der WM-Siebte aus dem verlorenen Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft im Vorjahr, als das Team in anderer personeller Konstellation im Prinzip chancenlos war (21:26).

Dass es überhaupt schon in der Vorrunde zu einem „Do-or-die-Spiel“ kommt, hat sich die deutsche Mannschaft selbst zuzuschreiben. Zu fehlerhaft präsentierte sie sich im ersten Matchball-Spiel gegen Gastgeber Montenegro (25:29) vor allem im Angriff. Bis auf Bölk und ihre Co-Kapitänin Alina Grijseels (zusammen 14 Tore) genügte die deutsche Offensive besonders im Abschlussverhalten erneut nicht höchsten internationalen Ansprüchen.