Hängende Köpfe, verzweifelte Gesichter und eine Menge Enttäuschung. Es war ein Bild, das die gesamte Spielzeit widerspiegelte. Bei der letzten Begegnung der Saison unterlagen die Handballer der Füchse Berlin zu Hause gegen die HSG Wetzlar 25:27 (14:11). Von da an war klar, dass andere über den Verbleib im internationalen Geschäft entscheiden würden. Alle Blicke waren nach Düsseldorf gerichtet, wo sich die Verfolger vom Bergischen HC mit Flensburg duellierten. Bis die rettende Botschaft kam: Die Rheinländer mussten sich dem neuen und alten Meister geschlagen geben, wodurch den Füchsen der sechste Platz in der Liga blieb und sie in der kommenden Saison wieder das europäische Parkett bespielen dürfen.

Glück im Unglück, wenn man den Spielverlauf betrachtet. Die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic war verhalten gestartet, konnte sich allerdings nach einer Viertelstunde leicht absetzen. Grund war Mattias Zachrisson im Rückraum, der zusammen mit Paul Drux, so gut es ging versuchte, die vom verletzten Fabian Wiede hinterlassene Lücke zu schließen.

Der Trainer grollt

Was sich die Füchse jedoch in der ersten Halbzeit hart erarbeitet hatten, verspielten sie schnell nach der Pause. Sehr zum Unmut des Füchse-Trainers. Auf und ab lief der 62-Jährige an der Seitenlinie, stemmte die Arme in die Seite und verfolgte das Geschehen. So hatte sich Petkovic das letzte Heimspiel nicht vorgestellt. Wiederholt nahm er sich seine Spieler einzeln zur Brust, erklärte, sprach Mut zu. Doch so richtig wollte nichts funktionieren.

„Das ist eine riesen Enttäuschung für mich, besonders hier und heute. Natürlich bin ich als Trainer nicht zufrieden mit einer Niederlage, aber wem soll ich jetzt böse sein?“, fragte Petkovic. Der Coach konnte nicht umhin, seine Spieler für die Saisonleistung zu belobigen. Schließlich hat es am Ende für die Europapokal-Qualifikation und zwei Final-Four-Teilnahmen gereicht.

„Wir sind in der zweiten Halbzeit stehend k.o. gegangen. Jetzt sind wir einfach froh, dass es trotzdem gereicht hat.“, sagte Drux nach dem Abpfiff. Die Erleichterung war dem Nationalspieler anzumerken. Nicht nur über den Sieg, sondern ebenso über das Ende der Saison: „Ich bin glücklich, wenn ich mich heute Abend in mein Bett legen und morgen ausschlafen kann.“

Bevor es gänzlich in den Urlaub ging, wurde es allerdings noch einmal emotional. Bei der Verabschiedung von Bjarki Mar Elisson, Erik Schmidt und Malte Semisch flossen neben dem einen oder anderen Kaltgetränk auch die Tränen. Positives gab es dennoch: Jacob Holm verlängerte seinen Kontrakt vorzeitig bis 2024. Darüber hinaus erhält Nachwuchstalent Torben Matzken seinen ersten Profivertrag.