Gidsel, Holm und Lindberg: Drei dänische Füchse können Geschichte schreiben

Insgesamt acht Berliner werden bei der WM in Polen und Schweden vertreten sein. Als erste Nation kann Dänemark zum dritten Mal in Folge den Titel holen.

Mathias Gidsel geht mit der dänischen Nationalmannschaft als Titelverteidiger in die Handball-Weltmeisterschaft.
Mathias Gidsel geht mit der dänischen Nationalmannschaft als Titelverteidiger in die Handball-Weltmeisterschaft.Imago/Kent Rasmussen

Beide Daumen nach oben und ein breites Lächeln vor den vielen Schuhkartons des Ausrüsters: Seinen 15.000 Followern auf Instagram schickte Milos Vujovic am Mittwoch ein paar Grüße aus dem Teamhotel der Montenegriner in Polen. Und während der dänische Verband Mathias Gidsel und Jacob Holm an der Tischtennisplatte und beim Kartenspielen zeigte, stammen die letzten Bilder auf Instagram von Max Darj vom 7. Dezember aus Berlin. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Armanda und Pudel Frasse war der schwedische Kreisspieler der Füchse Berlin da auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Roten Rathaus zu sehen, probierte Langos sowie Glühwein und machte sich ein Bild von deutscher Weihnachtsdekoration.

Da Max Darj selbst auf Instagram kein Profil besitzt, wird er in den kommenden Tagen wohl maximal auf der Seite des schwedischen Handballverbandes und, genau wie seine anderen Teamkollegen aus Berlin, in den Bewegtbildern der von der Weltmeisterschaft in Polen und Schweden übertragenden TV-Sender zu sehen sein. In ihm, Milos Vujovic, den Dänen Mathias Gidsel, Jacob Holm sowie Hans Lindberg, den Serben Mijajlo Marsenic sowie Dejan Milosavljev und natürlich Paul Drux werden acht Spieler von Bundesliga-Tabellenführer Füchse Berlin bei der Weltmeisterschaft spielen. Drux wird mit der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag sogar im zweiten Spiel der Gruppe E in Katowice auf seine beiden serbischen Teamkollegen aus Berlin treffen.

Mijajlo Marsenic und Dejan Milosavljev treffen auf Paul Drux

In jedem Fall zumindest auf Marsenic, der am vergangenen Wochenende sein 100. Länderspiel für Serbien bestritten hat, vielleicht sogar auf den angeschlagenen Milosavljev. „Schon nach der Auslosung haben wir im Training darüber gesprochen und ein paar Witze gemacht, aber wir freuen uns einfach auf dieses Spiel gegeneinander“, wurde Drux vor Beginn der Weltmeisterschaft in einer Pressemitteilung der Füchse zitiert.

Marsenic sieht in der Gruppe, zu der auch Katar und Algerien gehören, eine Chance auf das Erreichen der Hauptrunde. „Ich freue sehr auf das Turnier“, so der Kreisläufer. „Ich wünsche mir nur, dass mein Team komplett ist, da wir bei der letzten Europameisterschaft viele Verletzungen und Probleme mit dem Corona-Virus hatten und uns daher nicht im besten Licht zeigen konnten.“

Das Coronavirus hatte am Montag auch das dänische Füchse-Trio nervös werden lassen. Bei Mads Mensah Larsen hatte ein Test ein schwach positives Ergebnis erbracht und ihn weg von der Mannschaft in die Isolation befördert. Ein weiterer Test am Mittwoch aber war negativ und der 31-Jährige dadurch bereits wieder zurück im Teamtraining. In den kommenden Tagen wird Mads Mensah Larsen sicherlich auch wieder bei den abendlichen Aktivitäten im Teamhotel in Schweden dabei sein, wenn sich die dänische Handball-Nationalmannschaft die Lockerheit für das Unternehmen Titel-Hattrick holen möchte. „Wir können das erste Land sein, das zum dritten Mal in Folge Weltmeister wird“, sagt Mathias Gidsel. Aber: „Wir wissen, dass das noch kein anderes Land vorher geschafft hat und dass es dafür Gründe gibt.“

Die Dänen um Mathias Gidsel und Jacob Holm sind die Gejagten

Dänemark geht erneut als großer Favorit in das Turnier – in Spanien, Frankreich und Co-Gastgeber Schweden sieht Gidsel die größten Konkurrenten. Der Heimvorteil könne dabei eine große Rollen spielen, das weiß auch Max Darj. „Ich freue ich mich sehr auf das Turnier, ich hoffe auf eine schöne Atmosphäre und eine tolle Stimmung in der Halle“, sagt er ohne sich eine sportliche Prognose entlocken zu lassen. Die schwedische Mannschaft habe sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt und verfüge über einen guten Kader. „Wir müssen alle eine gute Form haben, dann können wir etwas erreichen“, sagt er.

Das gelte bei diesem Turnier aber eben auch für ein paar weitere Mannschaften. Neben den bereits genannten Nationen hat Jacob Holm sogar noch so etwas wie einen Geheimtipp parat: „Für mich ist Island auch ein richtig gefährlicher Gegner, die haben eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern.“ Doch am Ende werden er und die anderen Dänen wieder einmal die Gejagten und vielleicht die nächsten Berliner Weltmeister sein.