Im Bus herrschte Stille. Keine Musik, keine Gespräche, kein Fernsehton war zu hören – die Spielerinnen der deutschen Handball-Nationalmannschaft schwiegen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Sie waren in Gedanken vertieft und suchten nach Erklärungen für das 20:26 im Gruppenspiel gegen Island, das sich kurze Zeit zuvor bei der Frauen-WM in Brasilien ereignet hatte. Der Einzige, der die Stille für einen Moment durchbrach, war Heine Jensen. Der Bundestrainer unternahm am Telefon den Versuch, zu erklären, warum seine Auswahl gegen den Außenseiter von der Vulkaninsel verloren hatte. „Wir haben völlig ohne Selbstbewusstsein gespielt“, klagte er. Jensens Stimme klang belegt, er hustete häufig. „Eine Erkältung“, sagte er. Auch das noch.

Der Däne rang sich mühevoll ein paar einsilbige Antworten ab, in denen viel Frust mitschwang. Vor allem, weil seine Frauen die vorzeitige Qualifikation für das Achtelfinale verpassten und sich gleichzeitig der günstigen Ausgangsposition entledigten, mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel heute (17.45 Uhr, Sport1) gegen Angola als Erster in die K.-o.-Runde zu gehen.

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