Handballerinnen vor EM-Showdown gegen Spanien zuversichtlich

Alles oder nichts heißt es für die deutschen Handballerinnen zum Abschluss der EM-Vorrunde gegen Spanien. Der Bundestrainer sieht sein Team sowohl physisch a...

Die deutschen Handball-Frauen um Jenny Behrend verloren gegen Montenegro.
Die deutschen Handball-Frauen um Jenny Behrend verloren gegen Montenegro.Kolektiff Images/dpa

Podgorica-Bundestrainer Markus Gaugisch wollte vor dem Alles-oder-Nichts-Spiel der deutschen Handballerinnen im EM-Gruppenfinale gegen Spanien gar nicht erst den Rechenschieber bemühen.

„Wir werden Vollgas geben und alles reinhauen, was wir zur Verfügung haben. Wir gehen voll auf Sieg“, verkündete Gaugisch die Marschroute für das Duell mit dem noch punktlosen WM-Vierten zum Abschluss der Vorrunde an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/Sportdeutschland.tv) in Podgorica.

Hauptrunde oder Heimflug heißt es für die deutsche Mannschaft, die das Weiterkommen schon mit einem Remis aus eigener Kraft perfekt machen kann. Selbst eine Niederlage mit maximal zwei Toren Unterschied reicht der DHB-Auswahl zum Einzug in die zweite Turnierphase, wenn zuvor Polen gegen Montenegro verliert.

Turnier-Aus droht

Doch Vorsicht ist geboten: Eine Pleite mit mehr als drei Toren wie im WM-Viertelfinale vor einem Jahr, als die deutsche Mannschaft den Spanierinnen mit 21:26 unterlag, bedeutet definitiv das vorzeitige Turnier-Aus. Das würde Deutschland auch bei einer ganz knappen Niederlage ereilen, wenn Polen punktet.

„Es geht für beide Mannschaften um viel. Wir wollen das Spiel gewinnen und nicht darüber nachdenken, was wir uns eventuell erlauben dürfen. Davon bin ich kein Fan“, betonte Gaugisch einen Tag vor dem Showdown mit Spanien. Entsprechend hat er die Mannschaft nach der bitteren 25:29-Niederlage gegen Montenegro eingestellt. „Wir müssen schauen, dass wir im Rückraum auf beiden Halbpositionen Akzente setzen und das Tempospiel hochhalten“, forderte der Bundestrainer.

Während die beiden Kapitäninnen Emily Bölk und Alina Grijseels im Duell mit dem Co-Gastgeber der EM-Endrunde erneut eine überzeugende Vorstellung lieferten und mit jeweils sieben Toren beste Werferinnen waren, herrschte auf der rechten Angriffsseite eher Flaute. „Wir waren bisher im Angriff sehr linkslastig und haben uns im Trainerteam schon zusammengesetzt und beraten, wie wir das besser lösen können“, berichtete Gaugisch. „Wir müssen Konzepte mitgeben, wie wir auch auf der rechten Seite punkten können.“

Mentale Komponente wichtig

Insbesondere Julia Maidhof ist gefordert, mehr Torgefahr aus dem Rückraum zu entwickeln und zugleich ihre Mitspielerinnen auf Rechtsaußen besser einzusetzen. „Ich glaube, sie wird ihre Leistung und individuelle Qualität gegen Spanien auf die Platte bekommen. Das Vertrauen habe ich“, redete Gaugisch die 24-Jährige vom deutschen Meister SG BBM Bietigheim stark.

Eine wichtige Rolle im Hopp-oder-Topp-Spiel gegen die Spanierinnen wird auch die mentale Komponente spielen. „Durch die Gruppenkonstellation ist es ein Endspiel. Aber wir verspüren deswegen nicht mehr Druck, denn wir spielen immer auf Sieg. An dieser Einstellung ändert sich nichts“, sagte Kreisläuferin Meike Schmelzer selbstbewusst.

Die schmerzhafte Niederlage im WM-Viertelfinale des Vorjahres sei dabei eine „zusätzliche Motivation. Der Stachel sitzt aber nicht mehr so tief, dafür ist zu viel Zeit vergangenen“, sagte Schmelzer. Keine Bedeutung misst Gaugisch den leichten Blessuren seiner Schützlinge bei. „Da mache ich mir keine Sorgen.“

Gedanken an ein mögliches Scheitern gibt es im deutschen Team nicht. „Wir haben bisher guten Handball gezeigt, das wollen wir gegen Spanien ausbauen. Wir müssen bei uns bleiben und dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“, sagte Bölk und betonte: „Es geht um alles. Ich bin guter Dinge, dass wir das schaffen.“