Berlin - Ein Danke hier, ein Danke dort. Am Ende der 25 Minuten hatte sich gefühlt jeder bei jedem bedankt und war glücklich darüber, was es zu vermelden gab. Der glücklichste Mensch in dieser siebenköpfigen Runde schien Bob Hanning zu sein. In etwas mehr als vier Monaten macht er seine 16-jährige Amtszeit als Geschäftsführer der Füchse Berlin voll. Dass er von diesem Donnerstag als einem „der größten Tage in unserer Vereinshistorie“ sprach, verdeutlichte die Bedeutung der Informationen. Der Bedeutung für den stets von ihm eingeschlagenen Weg der Förderung des eigenen Nachwuchses. Viel mehr aber der Bedeutung der Nachhaltigkeit dieses Weges. Und so kann man tatsächlich von einem Meilenstein sprechen, wenn in Fabian Wiede und Paul Drux die prägenden Gesichter des Vereins, die Identifikationsfiguren schlechthin, ihre Verträge langfristig verlängern und parallel drei Nachwuchsspieler ihre ersten Profiverträge unterzeichnen.

Drux und Wiede verlängern langfristig

Wiede ist seit 2009 im Verein, Drux seit 2011. In Berlin haben sie den kompletten Nachwuchs durchlaufen, sind zu Leistungsträgern bei den Füchsen und Nationalspielern geworden. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen, die ihre Angebote unterbreitet hatten. Insbesondere dafür, dass sie diesen Verlockungen widerstanden haben und sich mit einer Verlängerung bis 2026 (Wiede) und 2025 (Drux) stattdessen loyal gegenüber ihrem Ausbildungsverein zeigen, fand Stefan Kretzschmar ein paar Worte des Dankes. Denn: „Das ist ein tolles Bekenntnis für den Verein. Es zeigt, wie sehr sie sich mit den Füchsen und der Vision identifizieren“, so der Sportvorstand. Auch wenn aktuell 26 bei den Füchsen ausgebildete Spieler in verschiedenen Profiteams spielen, stehen Fabian Wiede und Paul Drux mit ihren Gesichtern, aber vor allem mit ihren Unterschriften auf den neuen Vertragspapieren, für den Berliner Weg.

Mit Nils Lichtlein, Matthes Langhoff und Marc Walter gibt es aber schon das nächste Versprechen für eine glorreiche Zukunft. Im Nachwuchs der Füchse haben sie sich bereits zu Jugend-Nationalspielern entwickelt und teilweise schon erste Minuten für das Profiteam absolviert. Hanning und Kretzschmar sind in Rücksprache mit dem Trainerstab davon überzeugt, dass auch sie eine ähnliche Entwicklung wie Wiede und Drux nehmen können. Einen ersten Profivertrag, jeweils bis 2024 datiert, hat das Trio unterschrieben und sparte natürlich nicht mit Dankesworten. „Und das wird nicht das Ende sein“, so Hanning, „damit gehen wir unseren Weg konsequent weiter und halten Wort, nicht nur internationale Stars zu verpflichten, sondern auch eigene zu entwickeln.“

Feste Kaderplätze für Lichtlein, Langhoff und Walter

Im 18er-Kader für die kommende Saison haben Lichtlein, Langhoff und Walter einen festen Platz. „Die außerordentliche Jugendarbeit der Füchse Berlin ist die Grundlage der Kaderplanung für die kommende Saison“, so Kretzschmar, „wir haben einen extrem starken 2002er-Jahrgang und wenn man solche Talente im eigenen Nachwuchs hat, muss man ihnen die Chance geben.“ Ein Bekenntnis solcher Art, eine solche Chance, wirkt identitätsstärkend und schafft Anreize für andere Talente im Verein, zeigt ihnen eine Perspektive für den eigenen Karriereweg.

Während Nils Lichtlein, Matthes Langhoff und Marc Walter diesen als Profis ab der kommenden Saison betreten, setzen ihn Paul Drux und Fabian Wiede in Berlin fort. Vor allem, weil es sie mit Stolz erfülle, ein Teil dieser außergewöhnlichen Füchse-Familie zu sein. „In den letzten Jahren ist hier etwas Großes gewachsen und ich bin mir sicher, dass wir noch nicht am Ziel angekommen sind“, sagt Paul Drux, „deshalb freue ich mich, diese Geschichte hier weiterzuschreiben.“ Auch für gestandene Nationalspieler wie ihn und Fabian Wiede ist die Vertragsverlängerung schließlich eine Chance, sich weiterhin zu beweisen. Dass die Füchse vor allem zu Fabian Wiede, der lange Zeit mit einer schweren Schulterverletzung ausgefallen war, stehen, zeugt von großem Vertrauen. Und, wie sollte es auch anders sein, dafür ist natürlich auch er dem Verein sehr dankbar.