Hans Lindberg war einmal mehr der Matchwinner bei den Füchsen.
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BerlinHans Lindberg ist schon 38 Jahre alt, aber immer noch zu großen Taten fähig. Das hat sich auch an diesem Sonntag bei der Auswärtspartie der Füchse in Stuttgart gezeigt, als der Däne mit seinen acht verwandelten Würfen   einmal mehr nicht nur als erfolgreichster Torschütze seiner Mannschaft, sondern als Spiel entscheidender Akteur vom Feld ging.   Fünf Sekunden vor dem Abpfiff stand es 32:32, nach dem Anwurf erwiesen sich die Füchse aber handlungsschnell, sperrten die Mitte frei, sodass Lindberg tatsächlich den Siegtreffer erzielten konnte.

„Das hatte ich Paul und Fabi schon so angesagt und dann war ich frei“, sagte Lindberg im Anschluss, hatte aber trotz der Freude über den 33:32- Auswärtserfolg etwas auszusetzen. „In dieser Situation dürfen wir gar nicht erst sein. Wir machen zu viele einfache Fehler und treffen dumme Entscheidungen. Das nervt.“ Sein Unmut war nur zu gut nachzuvollziehen, denn wie zuletzt gegen den SC DHfK Leipzig hatte es sein Team unnötig spannend gemacht.

Die Füchse leisten sich viele halbfertige Würfe

Die Füchse waren gut gestartet und konnten sich durch ein abgestimmtes Abwehr-Torwart-Spiel und die daraus resultierenden Tempogegenstöße Vorteile verschaffen. Nach zehn gespielten Minuten verwandelte Marko Kopljar zum 6:3. Doch dann folgte der gewohnte Einschnitt. Halbfertige Würfe und Fehlpässe sowie ein konfuses Abwehrverhalten gaben den Stuttgartern die Chance in die Partie zu kommen – und die Hausherren nahmen die Einladung dankend an. Innerhalb von sechs Minuten drehte sich der Spielstand und die Berliner hatten ihren Vorsprung verschenkt. Weder die Wurfsicherheit Lindbergs noch die überzeugende Leistung von Martin Ziemer zwischen den Pfosten konnten daran etwas ändern.

24 Sekunden vor dem Ende der ersten Halbzeit zeichnete sich dann eine Aktion ab, die sinnbildlich für den bisherigen Spielverlauf war. Stipe Mandalinic nahm sich vorschnell einen Wurf, scheiterte am gegnerischen Block und gab so die Vorlage für das nächste Tor der Stuttgarter. Trainer Velimir Petkovic war außer sich. Aufgebracht nahm er sich den gebürtigen Kroaten zur Brust, der jedoch mit der Schelte seines Trainers nicht einverstanden war.

Allerdings gelang es auch nach der Pause zunächst nicht, diese Emotionen aufs Feld zu bringen. Erst in der 36. Minute rauften sich die Füchse zusammen, starteten eine Aufholjagd, die ihnen die letzten zwei Bundesliga-Punkte des Jahres brachten. „Ich bin richtig, richtig froh, dass es so ausgegangen ist“, sagte Petkovic: „In der zweiten Halbzeit hat niemand gedacht, dass meine Mannschaft zurückkommen kann. In der ersten Halbzeit haben wir gesehen, warum wir gegen Minden oder in Balingen verloren haben.“