Berlin - Die erste positive Nachricht des Sonntags wollte Bob Hanning dann schon selbst überbringen. In der vereinseigenen Spielvorschau auf Facebook konnte der Manager der Füchse Berlin bereits 50 Minuten vor dem Anpfiff des Bundesligaspiels gegen TUSEM Essen die Vertragsverlängerung von Hans Lindberg verkünden. Ein weiteres Jahr wird der dänische Rechtsaußen den Füchsen erhalten bleiben. „Eine Herzensangelegenheit für ihn, eine Herzensangelegenheit für uns“, wie Hanning den Fans mitteilte. Und auch Lindberg selbst grüßte mit flotter Corona-Frisur die Anhänger in einer kleinen Videobotschaft: „Ich freue mich riesig, mit den Jungs noch ein Jahr weiterzuspielen.“ Doch erst einmal galt es am Sonntag im ersten Spiel des Jahres gegen den Aufsteiger aus Essen zu bestehen.

Dass das beim 30:23-Sieg gelang, war auch Lindberg zu verdanken. Auch im Alter von 39 Jahren zeigte er, welche wichtige Rolle im Team er noch immer einnehmen kann und warum sein Vertrag folgerichtig verlängert wurde. Die ersten drei Füchse-Treffer des Sonntags erzielten zwar seine Teamkollegen Marian Michalczik und Fabian Wiede (2), Lindberg aber traf im Anschluss per Siebenmeter zum 4:4-Ausgleich und sorgte kurz danach für einen Schreckmoment. Zusammen mit Wiede verhinderte der Rechtsaußen zwar ein Kempa-Anspiel der Essener, musste sich nach dem Zusammenprall mit seinem Teamkollegen aber erst einmal am Boden hockend sortieren. Ordnung benötigte auch das Spiel der gesamten Mannschaft nach der mehr als einmonatigen Ligapause. Genau wie die Füchse gingen die Gäste mit einer offensiven 6.0-Deckung zuwerke, verhinderten somit die Anspiele auf Kreisläufer Mijajlo Marsenic. Die Berliner Tore kamen in der Anfangsphase dadurch aus dem Rückraum. Und weil auch Dejan Milosavljev seine ersten Paraden im Berliner Tor zeigte, konnten sich die Füchse in der elften Minute erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung erarbeiten (7:4).

Trainer Jaron Siewert trifft auf ehemaliges Team

Das ehemalige Team von Füchse-Coach Jaron Siewert aber zeigte sich davon unbeeindruckt. Beim 9:9 (19.) war die Partie wieder ausgeglichen, weil sich die Füchse im Angriff den einen oder anderen einfachen Fehler leisteten und Würfe vergaben. Es brauchte die Durchschlagskraft von Paul Drux, Fabian Wiede und auch von Hans Lindberg, damit der Vorsprung wieder größer wurde. Beim Stand von 15:13 wurden die Seiten gewechselt, und die Füchse konnten nun ihrer Favoritenrolle immer deutlicher gerecht werden. Milos Vujovic brachte die Berliner in der 41. Minute auf Pass von Paul Drux erstmals mit fünf Toren in Führung (22:17) und damit dem Sieg ein gutes Stück näher. Die Gäste machten es den Berlinern zu diesem Zeitpunkt zu einfach. Neben technischen Fehlern erlaubten sie sich auch noch einen Wechselfehler, spielten in der 43. Minute sogar in doppelter Unterzahl. Per Kempa erhöhte Fabian Wiede mit seinem fünften Tor des Spiels auf 24:17 (45.) – in zwölf Minuten hatten die Gastgeber einen 9:2-Lauf hingelegt und damit für die Entscheidung gesorgt.

Fünf Treffer hatte zu diesem Zeitpunkt auch schon Hans Lindberg erzielt. Zwei davon per Siebenmeter, zwei von der Außenposition und einen nach einen schönen Einzelaktion vom Kreis. Da war sein zweiter verworfener Siebenmeter kurz darauf zu verschmerzen. Der Däne hatte auch gegen Essen seinen Beitrag zum Sieg gegen Essen geleistet und konnte sich zur Belohnung die letzten gut zehn Minuten von der Bank anschauen. Die Freude darüber, dass endlich wieder um Punkte gespielt wird, war ihm deutlich anzusehen. Auf weitere großartige Erlebnisse hofft Lindberg in Berlin – mit der Mannschaft und bald wieder mit Fans. Auch deshalb bleibt er noch ein weiteres Jahr hier.