Rostock - Matchwinner in den letzten Sekunden der Nachspielzeit: Für Philip Türpitz hätte sein Einstand in den Reihen des FC Hansa Rostock nicht besser ausfallen können. Aber so richtig feiern lassen wollte sich der Mittelfeldspieler dafür nicht. „Es ist ein schönes Gefühl. Aber die Mannschaft steht im Vordergrund. Jeder kämpft für jeden und dafür haben wir uns heute belohnt. Nach einem 0:2 ist es nicht selbstverständlich, so zurückzukommen“, sagte Türpitz nach dem 3:2 (0:2) über den SC Verl.

Türpitz war Anfang der Woche vom Zweitligisten SV Sandhausen an die Küste gewechselt und soll der Offensive der Hanseaten neuen Schwung verleihen. Der 29-Jährige weiß, wie Aufstieg geht. 17 Tore von ihm verhalfen dem 1. FC Magdeburg 2018 zum Sprung in die 2. Bundesliga. Sein Trainer damals: Jens Härtel.

Inzwischen ist Härtel mit der Mission Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga bei Hansa Rostock betraut. Und die läuft momentan so gut, wie sie besser kaum laufen könnte. Fünf Ligasiege in Serie sind Vereinsrekord. Und auch maßgeblich das Verdienst des Sachsen, auch wenn der das eher abtut. „Das bedeutet nicht so viel. Wichtig sind die 38 Punkte und dass wir weiter oben dran bleiben“, sagte der 51-Jährige nach dem turbulenten Spiel, in dem die Hausherren zur Pause schon fast wie der sichere Verlierer aussahen.

Dann aber ging Härtel Risiko und brachte vier Neue, darunter neben Türpitz mit Tobias Schwede einen weiteren Last-Minute-Zugang. Das Personalkarussell zahlte sich aus. Nach einer Stunde war Gleichstand erreicht. Und als alle sich schon fast freuten, dass nach dem klaren Rückstand wenigstens noch ein Zähler an der Küste blieb, schlug Türpitz eiskalt zu. „Das war ein Superpass von Pascal Breier. Ich bin Risiko gegangen und habe den Ball ganz ordentlich getroffen“, beschrieb der Offensivmann die spielentscheidende Szene bei Magentasport.

Auf der Rostocker Bank und auf dem ramponierten Rasen des Ostseestadions löste der Premierentreffer bei allen Beteiligten verständlicherweise Jubelstürme aus. Natürlich auch bei Härtel: „Es war ein wildes Spiel. Ich freue mich wahnsinnig, dass wir das gedreht haben.“

Mit diesem emotionalen Hoch ins nächste Spiel zu gehen, wäre optimal. Aber das Wetter wird den Hanseaten wohl einen Strich durch die Rechnung machen. Das für den kommenden Dienstag angesetzte Nachholspiel beim VfB Lübeck wird wohl nicht stattfinden können, weil der Platz an der Lohmühle unbespielbar ist und deshalb auch schon die für dieses Wochenende angesetzte Begegnung des VfB gegen 1860 München abgesagt werden musste. „Wenn ich den Wetterbericht richtig lese, kann ich mir nicht vorstellen, dass gespielt wird“, meinte der Hansa-Coach.