Rostock - So geht Aufstieg jedenfalls nicht. Hansa Rostocks Protagonisten müssten dies eigentlich wissen, aber beim 0:2 (0:1) gegen den 1. FC Magdeburg hatten sie es am Sonnabendnachmittag offenbar vergessen. „Wir müssen das knallhart analysieren, was absolut Scheiße war. Da gab es genug Punkte“, schimpfte Kapitän Markus Kolke. „Wir müssen das Spiel aufarbeiten, um schnell wieder in die Spur zu kommen“, kündigte Trainer Jens Härtel nach der ersten Heimpleite in diesem Jahr an.

Noch keine tabellarischen Konsequenzen 

Und die hatte sich frühzeitig angedeutet. Die Hanseaten ließen in dem Aufeinandertreffen der beiden ehemaligen DDR-Oberligisten praktisch alles vermissen, was sie zuvor bei elf Siegen aus den vorangegangenen 14 Partien ausgezeichnet hatte. „Wir sind erst mal geplättet. Wir hatten katastrophale erste 25 Minuten“, räumte Härtel sichtlich angefressen selbstkritisch ein.

Die Konsequenz für den verschlafenen Start war der Rückstand, der die Gäste aus der Elbe-Stadt noch sicherer machte. „Wir haben nicht das auf den Platz gebracht, was nötig gewesen wäre, um starke Magdeburger zu schlagen“, gestand Kolkes Stellvertreter Julian Riedel nach dem alles in allem inakzeptablen Auftritt unumwunden ein.

Die Hausherren steigerten sich im Spielverlauf zwar etwas und hatten insgesamt auch mehr Torgelegenheiten. Am Verdienst der ersten Heimpleite nach zuvor sechs Siegen in Serie gab es dennoch keinen Zweifel. Auch wenn Härtel das unmittelbar nach dem Abpfiff wohl noch frustgeladen etwas differenzierter sah. „Es gab ein paar zweifelhafte Sachen gegen uns, wie zum Beispiel der Elfer, der allerdings nicht spielentscheidend war“, befand der 51-Jährige bei Magentasport. Aber auch er bestätigte: „Magdeburg hat das schon gut gemacht.“

Hansa will „die Wut rauslassen“

Dass die Niederlage nicht noch tabellarische Konsequenzen zur Folge hatte, war Bayern München II zu verdanken. Die U23 des deutschen Rekordmeisters nahm Hansas Aufstieg-Mitkonkurrenten FC Ingolstadt mit einem Tor in der Nachspielzeit zum 2:2 am Ende doch noch zwei Punkte ab. Die Rostocker bleiben so auf dem zweiten Rang, der am Ende den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga bedeuten würde.

Den Dank für die Schützenhilfe können die Mecklenburger persönlich überbringen, wenn sie am kommenden Freitag (19 Uhr) bei den Bayern-Bubis gastieren. Geschenke wollen sie dort allerdings nicht verteilen. Im Gegenteil. „Ich hoffe, dass wir die Wut dann rauslassen“, sagte Markus Kolke.