Rostock - Höchster Auswärtssieg und Rückkehr auf einen Aufstiegsrang: Hansa Rostocks Protagonisten hätten nach dem 3:0 (1:0) am Montag bei Türkgücü München eigentlich kollektive Jubelarien anstimmen können. Die fielen aber aus. Der Dirigent war verstimmt. „Wir haben die ersten 20 Minuten eine schöne Scheiße gespielt. Wir müssen die richtigen Lehren aus so einem Spiel ziehen. Noch einmal gewinnst du so ein Spiel nicht“, kritisierte Trainer Jens Härtel. Dabei hatte der Erfolg die Rostocker wieder auf den direkten Aufstiegsrang zwei in der 3. Fußball-Liga beförderte.

Bentley Baxter Bahn verhindert frühen Rückstand

Härtels Team schien anfangs im Tiefschlaf zu sein und hatte mächtig Dusel sowie den prächtig aufgelegten Bentley Baxter Bahn, der einen frühen Rückstand verhinderte. Der offensive Mittelfeldspieler stand nach nicht einmal zwei Minuten auf der eigenen Torlinie richtig und schlug den Ball ins Feld zurück.

Damit nicht genug: Bahn tat auch das, wofür ihn Härtel eingeteilt hatte. Erst legte er mit einer präzise geschlagenen Ecke zur Führung durch Manuel Farrona Pulido (45.+1) auf. Dann zielte der 28-Jährige selbst genau und markierte mit seinem fünften Saisontor das 2:0 (59.). Nik Omladic (90.+2) besorgte den Endstand. Ausdrücklich belobigt werden wollte Blondschopf Bahn für seine Taten aber nicht. „Ich habe eine ganze Weile nicht getroffen. Da habe ich auch nicht den Lauten gemacht“, sagte der gebürtige Hamburger bei Magentasport.

Hansa will das Glück nicht überstrapazieren

Bahn ist ein Eckpfeiler im Konzept von Härtel und bei dessen Rotationsprinzip grundsätzlich außen vor. Der zentrale Mittelfeldmann, der im vergangenen Sommer vom Halleschen FC an die Küste gewechselt ist, fehlte in dieser Saison nur einmal – und das auch nur, weil er nach der fünften Gelben Karte gesperrt war. Auch als Wortführer ist Bahn wichtig. „Heute hatten wir bei der einen oder anderen Szene ein bisschen mehr Glück“, befand er ziemlich treffend und relativierte damit das vermeintlich klare Resultat.

Das Glück, das sie in diesem Jahr bereits mehrfach hatten, wollen die Hanseaten nicht überstrapazieren. „Alles was wir nach vorne gemacht haben, war heute deutlich besser als zuletzt. Aber nach hinten haben wir's nicht gut verteidigt. Im Moment hast du so eine Phase, wo die Dinger nicht so bestraft werden“, sagte Härtel. Und warnte vor dem Heimspiel am Samstag (14.00 Uhr/Magentasport) gegen den Halleschen FC: „Wir sind noch dabei. Aber es gilt, immer scharf zu sein und wach zu bleiben.“