Rostock/BerlinMancher Drittligist dürfte jetzt lautstark protestieren, aber: Aus der Dritten Liga aufzusteigen, ist eigentlich nicht so schwer. Kein Vergleich zum Aufstieg in die Dritte Liga, für den zuletzt selbst ein punktverlustfreier Regionalliga-Meister in den Relegationsspielen noch scheitern konnte. In der Dritten Liga, wo die Qualitäten der einzelnen Mannschaften nicht sonderlich weit auseinanderliegen, benötigt man für den Sprung in die nächsthöhere Klasse eigentlich nur Konstanz.

Eben diese Konstanz hatte auch Hansa Rostocks Trainer Jens Härtel gefordert, als die Kogge nach positiven Corona-Fällen und einem damit verbundenen Spielausfall zuletzt in den Liga-Alltag zurückkehrte. Die Hanseaten grüßten nach dem achten Spieltag, einem etwas blutleeren 0:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern, noch von Rang zwei, in Schlagdistanz zur Tabellenführung. Dann folgten die Ost-Derbys.

Es ist eigentlich kurios, dass ausgerechnet die Partien gegen die einstigen Oberliga-Konkurrenten den Rostockern gerade die gute Ausgangslage im Kampf um den Aufstieg vermiesen. Denn auf ein enttäuschendes 1:1 beim Halleschen FC folgte am vergangenen Sonnabend beim 1:3 gegen Dynamo Dresden die erste Heimniederlage der Saison. Nun folgt am Mittwochabend das Gastspiel beim 1. FC Magdeburg.

Kritik an der Derby-Taktung

„Ich bin kein Freund davon, diese Spiele in der Taktung anzusetzen. Ich kann das nicht nachvollziehen. Denn es sind alles besondere Spiele. Auf diese Weise werden Derbys verwässert“, zeigte sich Jens Härtel, der zu seiner alten Wirkungsstätte an die Elbe zurückkehrt, zuletzt ein wenig angesäuert über die Ansammlung von Spitzenspielen, die seinem Team offenbar auch ein wenig den Fokus raubt. Gegen Dynamo war nichts vom spritzigen Stil der Rostocker aus den vergangenen Wochen zu sehen. Im ersten Durchgang legte sich die Hintermannschaft die Gegentore beinahe schon selber ins Netz, was auch Härtel ärgerte. „Das ist ein Geschenk, den legen wir selber auf. Wir laden mit diesem schlechten Rückpass Dynamo ein, das Führungstor machen“, wütete er über das 0:1 durch Christoph Daferner.

Offensiv rannten die Hanseaten nach dem hohen Rückstand kopflos an, konnten nie ihr gewohnt fließendes Spiel entfalten. „Wir haben oft die falschen Entscheidungen getroffen. Es ist uns nicht gelungen, aus den Situationen, die wir hatten, mehr zu machen“, kritisierte der Trainer, der nun hofft, dass es gegen den übel strauchelnden FCM, der weiterhin mit Härtels Nachfolger Thomas Hoßmang gegen den Abstieg spielt, wieder zu einem Sieg reicht. Denn nur dann könnten die Rostocker einen neuen Versuch starten, sich in der so dringend benötigten Konstanz zu üben, die für den Aufstieg in die Zweite Bundesliga eben unabdingbar ist. Die Qualität dafür haben sie allemal.