Hansi Flick demonstriert vor dem Supercup-Finale des FC Bayern gegen den FC Sevilla, wie es geht.
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MünchenDer sportliche Anreiz ist groß, doch die Vorfreude beim FC Bayern auf das Spiel um den Uefa-Supercup gegen den Europa-League-Gewinner FC Sevilla hält sich sehr in Grenzen. Wegen der Corona-Pandemie und der steigenden Zahl von Infektionen in Ungarn scheint sehr fraglich zu sein, ob die Tribünen im Budapester Stadion maximal möglich gefüllt sein werden. Immer mehr Bayern-Fans stornierten zuletzt ihre Reise. Beim FC Sevilla war die Nachfrage noch geringer.

„Ich glaube, Bauchschmerzen hat jeder“, sagte Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“, er rechne nur noch mit einigen Hundert Bayern-Fans. Präsident Herbert Hainer kündigte zudem an, dass auch er nicht nach Budapest reisen und das Spiel zu Hause im Fernsehen verfolgen werde. Nur wer wirklich vor Ort arbeiten müsse, werde dabei sein.

Es ist ein sehr umstrittenes Spiel, zu dem die Bayern als Gewinner der Champions League mit allen verfügbaren Spielern reisten. Also auch mit dem zuletzt leicht angeschlagenen Stürmer Robert Lewandowski, der wie Torwart Manuel Neuer und Manchester Citys Kevin De Bruyne zu den verbliebenen drei Nominierten für den Titel Europas Fußballer des Jahres zählt, wie die Uefa am Mittwoch vor der Kür am 1. Oktober bekannt gab. Nur Kingsley Coman fehlte im Reisekader wegen seiner Quarantäne, nachdem er zuletzt Kontakt zu einer mit Corona infizierten Person hatte.

Zugleich ist das Spiel um den Uefa-Supercup auch eines, in dem Flick für ein weiteres Novum nach dem Triple in Rekordgeschwindigkeit sorgen könnte. Vor sieben Jahren, als der FC Bayern erstmals den Dreifach-Triumph in Bundesliga, Pokal und Champions League feierte, holte er anschließend auch erstmals in der Vereinsgeschichte den Uefa-Supercup durch ein 5:4 im Elfmeterschießen gegen den damaligen Europa-League-Gewinner FC Chelsea. Damals, 2013 in Prag, stand Triple-Trainer Jupp Heynckes jedoch nicht mehr an der Seitenlinie, sondern sein Nachfolger Pep Guardiola.

Flick könnte also der erste Bayern-Trainer werden, der diese vier Titel gewinnt. Ein fünfter steht kurz darauf in Aussicht, im deutschen Supercup gegen Borussia Dortmund am kommenden Mittwoch. Und womöglich sogar ein sechster bei der Klub-WM am Jahresende in Katar, sofern diese stattfinden kann. Zudem könnte Flick im Rahmen der Auslosung der Gruppenphase der Champions League am 1. Oktober nach dem Titel Deutschlands Trainer des Jahres auch noch zu Europas Trainer des Jahres gekürt werden. Neben Flick sind FC Liverpools Jürgen Klopp und RB Leipzigs Julian Nagelsmann nominiert. Doch zunächst gilt es für den Münchner Trainer und seine Mannschaft, das umstrittene und heikle Spiel in Budapest hinter sich zu bringen.