Ein erstes Lebenszeichen hatte Martin Hermannsson am Dienstagnachmittag via Twitter abgesetzt. In drei Sätzen brachte Alba Berlins isländischer Aufbauspieler seine Begeisterung über seine erste Eurocup-Saison und den Stolz über die Leistung der eigenen Mannschaft zum Ausdruck. Er gratulierte aber ebenso Valencia Basket zum Gewinn des Eurocups. Auch Joshiko Saibou meldete sich am Mittwochvormittag bei Instagram zu Wort, zeigte sich ebenso stolz auf die Leistung auf europäischer Ebene, die erst im letztmöglichen Spiel des Wettbewerbs mit einer Niederlage endete. Seine Blicke richteten sich aber auch schon wieder auf die kommenden Aufgaben. In der Bundesliga geht es in den Endspurt: Zehn Spiele in dreieinhalb Wochen warten auf Alba Berlin. Allein drei davon am Donnerstag, Sonnabend und Montag.

Die Finalniederlage in Valencia am Montag macht diese Aufgaben nicht einfacher. „Wir müssen mental und körperlich regenerieren“, sagt Trainer Aito Garcia Reneses. Für ihn und seine Mannschaft geht es um eine gute Ausgangsposition für die Play-offs. Aktuell ist Alba Vierter. Mit einem Sieg an diesem Donnerstag (19 Uhr) würde sich das ändern. Sollte Rasta Vechta im Heimspiel geschlagen werden, ist Berlin Dritter. Ein Selbstläufer wird das nicht, wie das Hinspiel (69:80) verdeutlichte.

Vechta ist kein Überraschungsteam mehr

Der Aufsteiger überzeugt mit einem offensiv orientiertem Basketball. Mit diesem generiert Vechta in dieser Saison durchschnittlich 86 Punkte pro Partie. 20 von 27 Spielen hat der Tabellendritte gewonnen, von einem Überraschungsteam kann man nicht mehr sprechen. Pedro Calles hat bei seiner ersten Saison als Profitrainer eine Menge bewegt.

Im Zuge der Vorbereitung auf die laufende Saison hatte Vechtas Trainer bei Alba hospitiert und im Anschluss daran ein paar Dinge in den eigenen Klub implementiert. „Er macht einige Dinge so, wie wir sie machen“, sagte Albas Sportdirektor Himar Ojeda kürzlich in einem Interview mit der Berliner Zeitung, „er ist ein sehr guter Trainer, aber steht erst noch am Anfang seiner Karriere. Ich denke, dass er eine große Zukunft hat.“

Wiedersehen mit Clint Chapman

In dieser Spielzeit hat er mit Vechta mehr als nur einmal aufhorchen lassen. Nicht nur Alba wurde besiegt, sondern auch Brose Bamberg und selbst Meister Bayern München schlug man mit jeweils 18 Punkten Differenz deutlich. Gerade gegen die Münchner überzeugte mit Clint Chapman (16 Punkte) ein Spieler, der die ersten beiden Monate dieser Saison noch das Trikot der Berliner trug. In fünf Partien für Vechta erzielt der US-Amerikaner durchschnittlich 15,2 Punkte und passt dort offensichtlich perfekt in das System. Vielleicht liegt das auch daran, dass es dem der Berliner so sehr ähnelt.