Köln - Manchmal erzählt ein einziger Moment die Geschichte eines kompletten Spiels. Als die deutschen Handballer gegen das Team aus Kroatien leidenschaftlich darum rangen, vorzeitig das Halbfinale bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land zu erreichen, kam es zu diesem Moment nach exakt 55 Minuten Spielzeit. Die Deutschen hatten eine 18:15-Führung aus der Hand gegeben, lagen 18:19 zurück und drohten erneut ohne Treffer zu bleiben, weil die Schiedsrichter Zeitspiel angezeigt und damit den Druck auf die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) noch einmal erhöht hatten. Die Nervenanspannung war riesig, als Fabian Wiede zum Helden aufstieg – der Rückraumspieler der Berliner Füchse nahm sich einen schweren Wurf, donnerte den Ball in den linken Winkel des kroatischen Tores, traf damit zum 19:19 und leitete die Wende zum hauchdünnen 22:21-Erfolg der eigenen Mannschaft ein.

Es ist erstaunlich, welche mentale Kraft dieser 24-Jährige immer wieder beweist. Und es wirkt so, als würde die Anspannung bei Wiede immer weiter abnehmen, je dramatischer die Partie ist, die er gerade absolviert. Mit einem präzisen Pass auf Uwe Gensheimer bereitete er dann den entscheidenden Treffer zum 22:20 knapp 40 Sekunden vor dem Ende des Spiels vor.
Was den Unterschied in diesem Kampf auf Biegen und Brechen ausgemacht habe, wurde Andreas Wolff nach dem Match gefragt, und die Antwort des Torhüters fiel eindeutig aus: „Fabian Wiede, er hat ein überragendes Spiel gemacht.“ Geradezu väterlich nahm der drei Jahre ältere Wolff den Mann des Tages in den Arm, drückte ihn an sich wie ein Bärenpapa sein Junges.

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