Als der Anruf von Jos Luhukay kam, musste Johannes van den Bergh nicht lange überlegen. Der Abwehrspieler von Fortuna Düsseldorf war mit den Rheinländern in die Erste Bundesliga auf- und später wieder abgestiegen. Bis zum letzten Spiel hatte er mit großem Einsatz versucht, den Absturz zu verhindern. Er gehörte zu den auffälligsten Akteuren der Fortuna. Es hat bekanntlich nicht gereicht.

Als das Angebot von Hertha BSC kam, war der blonde Lockenkopf sehr angetan. „Dieser Wechsel ist der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt für mich“, sagt der 26-Jährige, „ich denke, ich kann in den nächsten Jahren in Berlin eine positive Entwicklung mitmachen. Natürlich hat bei meinem Wechsel auch Jos Luhukay eine wichtige Rolle gespielt.“

Vakanz in der Abwehrkette

Der Holländer arbeitete einst mit dem Spieler mit dem holländisch anmutenden Namen bei Borussia Mönchengladbach zusammen. „Meine holländischen Vorfahren liegen aber Ur-Ur-Zeiten zurück“, erzählt van den Bergh. Herthas Verantwortliche hatten mit Blick auf die Erste Liga schon frühzeitig eine Vakanz auf der linken Abwehrseite erkannt und van den Bergh schnell im Fokus. Felix Bastians, einst mit großen Ambitionen von Freiburg nach Berlin gekommen, konnte sich nicht durchsetzen, wurde für ein Jahr an den VfL Bochum ausgeliehen. Und auch bei den beiden anderen Kandidaten für die linke Seite ist man sich bei Hertha nicht zu hundert Prozent sicher, ob sie immer den hohen Anforderungen genügen. Der junge Fabian Holland, 23, spielte in der Aufstiegssaison eine hevorragende Hinrunde und eine schwächere Rückrunde. Bei ihm sind noch Leistungsschwankungen einkalkuliert. Und Lewan Kobiaschwili wurde in dieser Woche schon 36 Jahre alt. Ob der Georgier noch das enorme Tempo in der Ersten Liga mitgehen kann, muss sich erst erweisen.

Als Johannes van den Bergh die ersten Frotzeleien seiner neuen Teamkameraden überstanden hatte – immerhin stand er in den beiden berüchtigten Relegationsspielen zwischen Düsseldorf und Hertha im Mai 2012 für Fortuna auf dem Platz – wurde er „mit offenen Armen“ aufgenommen, wie er sagt.

Beobachter bescheinigen ihm eine unglaublich schnelle Integration. Jos Luhukay sagt: „Johannes ist eine absolute Verstärkung. Er wird uns mit seiner Dynamik und permanenten Einsatzbereitschaft auf der linken Seite viel Freude bringen.“ In den bisherigen Spielen gab er tatsächlich eine sehr gute Figur ab, und Luhukay wird ihn auch heute beim ersten ernsthaften Test gegen RB Leipzig in Dessau (15 Uhr, Paul-Greifzu-Stadion) mindestens eine Halbzeit einsetzen. Lewan Kobiaschwili muss derzeit wegen einer Infektion im Fuß aussetzen, Fabian Holland will vehement um seinen Platz kämpfen. Van den Bergh sagt: „Ich möchte alle meine Stärken einbringen. Wir sollten in der Liga aggressiv spielen und kompakt auftreten. Es darf niemanden Spaß machen, gegen Hertha zu spielen.“