Fußballerkarrieren sind auch nur Wege, die parallel verlaufen, sich gabeln, wieder kreuzen. So wie an diesem Mittwochabend in der Münchener Arena. Als Mats Hummels noch in der Jugend des FC Bayern spielte, war Sebastian Langkamp mal sein Kapitän. Hummels wurde befördert, verkannt, ging nach Dortmund, wurde Meister, Weltmeister, Weltstar, Sternchengatte und kehrte wieder zurück nach München. Sein Weg führte schnell und steil nach oben. Bei Langkamp ging es, obwohl flacher, auch etwas langsamer voran. Über Hamburg, Karlsruhe und Augsburg kam er trotzdem in Berlin an. Er ist Mittwoch Herthas Abwehrchef. Und 10.000 Bundesligaminuten liegen hinter ihm. Ein Karriereticker.

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Keine Chance! Sein erstes Mal Bundesliga hat Langkamp spät, erst mit 21. Als Innenverteidiger für den Karlsruher SC. Zuvor war er in der Jugend des FC Bayern, im Profikader des Hamburger SV, aber immer sind andere schon besser. Sie heißen Mats Hummels und Vincent Kompany. Bevor Langkamp viele Karriereschritte nach vorne macht, macht er erst mal einen zurück. Und dann trifft er gleich auf Mario Gómez. Über sein erstes Bundesligaspiel – 2:0 daheim gegen den VfB Stuttgart – sagt Langkamp: „In den Zweikämpfen hatte ich keine Chance. Ich war noch nicht so athletisch wie heute." In einem Spielbericht vom 1. März 2009 steht: „Sie spielten so, als hätten sie nie etwas anderes gemacht.“

Der andere Debütant heißt Georg Niedermeier. Dass Langkamp überhaupt im Kader ist, hat er einer Eingebung seines damaligen Trainers Ede Becker zu verdanken. Am Morgen vor dem Spiel fragt der am Telefon: „Hast du deine Sachen dabei?“ Es gibt keinen Grund. Kein Innenverteidiger ist verletzt. Ein paar Stunden später  – 15.31 Uhr –  bringt Langkamp seinen ersten Bundesligaquerpass sicher an den Mann.